Zeitung Heute : Ein liberaler Rechtsstaat darf Waffenbesitz nicht einschränken

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Betrifft: Die Diskussion um ein Verbot von privaten Waffen

Ein Schuldiger für den Amoklauf von Erfurt muss her und dafür sollen nun die Sportschützen herhalten. Schließlich konnte Robert Steinhäuser ja als Sportschütze seine Waffen legal erwerben. Bei der Kundgebung am 1. Mai in Erfurt fordert man auch ein Waffenverbot in Privathand. Kann man dadurch weitere Amokläufe verhindern?

Steinhäuser hat seine Tat monatelang geplant und hätte sein Tatwerkzeug sicherlich auch illegal bekommen, oder schlimmere Waffen, wie Bomben oder Gift, einsetzen können. Es beunruhigt mich wesentlich mehr, dass weder Familie noch Schule mitbekommen haben, dass etwas mit Robert nicht stimmt. Wie hätte es dann sein Schützenverein mitbekommen und reagieren sollen?

Wahrscheinlich ist es die Rechnung für den moralischen und ethischen Verfall der Gesellschaft und die antiautoritäre Erziehung. Wenn manche Eltern nicht wissen, dass ihre minderjährigen Kinder nachts hunderte Kilometer entfernt an den Maikrawallen in Berlin beteiligt sind, so glaube ich nicht, dass jene Eltern ihrer Aufgabe gerecht werden.

Manchmal kann ein Blick in andere Länder neue Einsichten ermöglichen oder vorhandene Einsichten stärken. So gab es auch in England ein schreckliches Blutbad. Dort machte man es sich einfach und ging den Weg des geringsten Widerstandes. Man verschärfte rigoros das Waffengesetz. Die Auswirkungen der Gesetzesverschärfung waren und sind schrecklich. Die Gewaltstraftaten explodierten und Unmengen an Kriegswaffen wurden eingeschmuggelt. Um die Gewaltwelle einzuschränken, will man jetzt weitere Bürgerrechte wie das Postgeheimnis einschränken.

Fakt ist: Die Politiker, welche nun schärfere Waffengesetze fordern, betreiben nur Augenwischerei, um in der Öffentlichkeit zu suggerieren: Wir tun was. Letztendlich wollen sie nur Ihre Wählerstimme.

In einem demokratischen Rechtsstaat liberaler Prägung hat letztlich der Staat sämtliche Einschränkungen zu rechtfertigen (z. B. eine Einschränkung müsste die Sicherheit entscheidend verbessern ) und nicht der Bürger seinen Besitz.

Da keine Beweise existieren, dass weniger Schusswaffen weniger Gewalt bedeuten- eher das Gegenteil ist der Fall- haben in einem Rechtsstaat Einschränkungen zu unterbleiben.

Harald Schmitz, Waltenhofen

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