Zeitung Heute : Ein Netz – viele Anbieter

Ab 1.1.2006: Neue Netzgesellschaft verbessert Wettbewerb

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BERLIN – Fr üher kam der Berliner Strom immer von der Bewag und das Ferngespräch von der Telekom. Irgendwann gab es dann auch „gelben“ Strom und viele Telefongesellschaften. Möglich machte es der freie Netzzugang, der in der Strom- und Kommunikationsbranche seit Jahren üblich ist.

Die gleiche Entwicklung gibt es bei den Gasversorgern. Denn das Energiewirtschaftsgesetz vom Juli 2005 bestimmt, dass Versorger, bei denen Transport und Vertrieb bisher eng verzahnt waren, den Bereich des Gastransports von den übrigen Geschäftsfeldern – zum Beispiel dem Gasverkauf – trennen. Für diesen Trennungsprozess steht der Begriff „Unbundling“. Alle Energieversorgungsunternehmen mit mehr als 100 000 angeschlossenen Kunden müssen bis spätestens 01.07.2007 den Netzbetrieb in selbstständige Gesellschaften ausgründen. Und ihre Transportkapazitäten diskriminierungsfrei und mit festen Tarifen allen Gasanbietern öffnen.

Die GASAG und ihr Tochterunternehmen Erdgas Mark Brandenburg gehören zu den ersten Gasversorgungsunternehmen, die sich dieser gesetzlichen Vorschrift stellen. Starttermin ihrer gemeinsamen NBB Netzgesellschaft Berlin Brandenburg ist der 1. Januar 2006. Damit entstehen schon eineinhalb Jahre vor der gesetzlichen Pflicht die Voraussetzungen für mehr Wettbewerb.

Für Berliner Privatkunden ist das ein deutlicher Schritt zu mehr Souveränität. Jeder wird künftig sein Erdgas dort einkaufen können, wo er es möchte. Und er kann den Lieferanten künftig nach Belieben wechseln. Die geplanten Wechsel-Regelungen werden so unkompliziert gestaltet wie im Bereich Telekommunikation. Ob, wann und zu welchen Bedingungen sich andere Gasanbieter um Berliner Privatkunden bemühen, kann die GASAG nicht sagen. Aber das Unternehmen sieht dem Wettbewerb optimistisch entgegen, denn es ist dafür gut gerüstet. Die GASAG wird sich natürlich mit fairen Preisen und gutem Service an diesem Wettbewerb beteiligen.

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