Zeitung Heute : Ein Pflegeplatz binnen 24 Stunden

Externe Dienstleister – wenn Familienangehörige plötzlich Hilfe brauchen

Schnelle Hilfe ist wichtig: Pflegefälle treten meist unvorhergesehen auf. Foto: Martin Oeser/ddp
Schnelle Hilfe ist wichtig: Pflegefälle treten meist unvorhergesehen auf. Foto: Martin Oeser/ddpFoto: ddp

Werner Fürstenberg hat eine gute Nachricht für alle, die einen plötzlichen Pflegefall in der Familie haben. „Wir können innerhalb von 24 Stunden eine qualifizierte Pflege vermitteln“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Fürstenberg-Institutes in Hamburg. Allerdings arbeitet Fürstenberg nicht für Privatpersonen, sondern für Unternehmen.

Denn nach der Vereinbarkeit von Kind und Familie sind die Herausforderungen von Pflege und Familie das nächste große Thema für die Personalverantwortlichen in den Unternehmen. Während Arbeitspausen für die Geburt und die Erziehungszeiten eines Kindes geplant und mit der Personalabteilung abgestimmt werden können, treten Pflegefälle immer ungeplant auf. „Meist ist der Mitarbeiter innerhalb von Tagen weg, weil er sich um Eltern oder Schwiegereltern kümmern muss“, sagt Fürstenberg. Hätten die Personalchefs sich früher bei jungen Frauen Gedanken gemacht, ob und wann sie wegen Schwangerschaft ausfallen würden, sollten sie heute eher ihren 40-jährigen Mitarbeitern eine andere Frage stellen: Nämlich die, ob sie pflegebedürftige Eltern hätten.

Vorausschauende Arbeitgeber beschäftigen sich deshalb schon heute damit, wie sie dieser in den kommenden Jahren stark wachsenden Gruppe helfen können. Dabei geht es nicht nur um eine adäquate Erstversorgung des Pflegefalls, sondern natürlich hinterher um flexible, dauerhafte Hilfe. Externe Dienstleister wie das Fürstenberg-Institut haben ein Netzwerk mit den sozialen Diensten sowie diversen Pflegeeinrichtungen geknüpft. „Wir können schnell helfen und garantieren Qualität“, sagt Werner Fürstenberg.

Noch gibt es nicht allzu viele Angebote in diesem Sektor. Doch die Zahl der Firmen, die ihre Mitarbeiterstruktur von Demografieberatern durchleuchten und analysieren lässt, wächst. „Wenn sie dann sehen, wie das in fünf oder zehn Jahren aussieht, bekommen alle einen großen Schreck“, weiß Fürstenberg. Doch in dem sich schon abzeichnenden Fachkräftemangel wird es unabdingbar sein, alle Talente an Bord zu halten. Dazu können Dienstleistungen wie das externe Pflegemanagement hilfreich sein. Notwendig sind aber auch beispielsweise mehr Teilzeit-Konzepte für Ältere und ein gleitender Übergang in den späteren Ruhestand. Tsp

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