Zeitung Heute : Ein Platz in der Sonne

Terrassen sind wunderbare Wohnzimmer im Grünen. Wer sie selbst anlegt, hat einige Arbeit vor sich – doch die lohnt sich

Als Oase der Gemütlichkeit, Platz für die Gartenparty oder einfach nur zum Sitzen, Liegen und Genießen des Gartens: Eine schöne Terrasse kann zum wunderbaren Wohnzimmer im Grünen werden. Bei Planung und Gestaltung gibt es jedoch einiges zu beachten.

In den meisten Fällen liegt die Terrasse als Nahtstelle zwischen innen und außen direkt am Haus. Sie ist vom Zimmer aus begehbar, hat aber auch den Vorteil, dass die tagsüber gespeicherte Wärme bei einsetzender Kühle am Abend noch einige Stunden für angenehme Temperaturen sorgt – vor allem bei Süd- oder Südwestlage.

Damit die Terrasse ihrer Funktion gerecht wird, sollte die Größe so bemessen sein, dass ausreichend Platz für Sitzmöbel ohne notwendiges „Stühlerücken“ vorhanden ist. Als Minimum für eine Grundfläche, auf der auch Besuch ausreichend Platz hat, gelten 12 bis 15 Quadratmeter. Außerdem ist zusätzlich Platz für Liegestühle und den Gartengrill zu empfehlen. Und auch einige Pflanzen sollten Berücksichtigung finden. Noch wichtiger als die absolute Quadratmeterzahl ist allerdings der Flächenzuschnitt. Bevorzugt wird meist eine quadratische oder ausgewogene rechteckige Form. Sie lässt sich besser möblieren als sehr lange, schmale oder dreieckige Flächen.

DAS MATERIAL

Die Auswahl ist groß und reicht von großflächigen Natur- oder Kunststeinplatten über Klinker und Fliesen bis zu kleinen Pflastersteinen. Betonplatten sind in verschiedenen Formaten von 30 mal 30 bis 50 mal 50 Zentimeter erhältlich. Sie wurden anthrazit, grau, rot oder sandfarben eingefärbt und sind langlebig und frostbeständig. Waschbetonplatten gibt es in verschiedenen Formaten von 30 mal 30 bis 50 mal 50 Zentimeter, einseitig bekieselt, einfarbig oder mischfarbig. Pflasterklinker sind in quadratischen Formaten von 18 mal 18, 20 mal 20 und 24 mal 24 Zentimeter, in rechteckigen Riegeln von 10 mal 20 Zentimeter sowie Pflasterwürfeln in roten, braunen und gelben Farbtönen erhältlich.

Außenbelagsplatten bekommt man im Format 40 mal 40 Zentimeter, einseitig mit Natursteinsplitt beschichtet. Angeboten wird eine reiche Farbpalette, auch in Farbmischungen. Betonpflaster sind in Formaten zwischen 10 mal 10 und 20 mal 20 Zentimeter und mehreren Farbtönen erhältlich. Mit ihnen lassen sich viele Muster schaffen. Natursteinpflaster sind als Mosaikpflaster (vier mal sechs mal sechs), Kleinpflaster (acht mal zehn mal zehn) und Großpflaster (15 mal 17 mal 17 Zentimeter) im Handel.

DAS VERLEGEN

Beim Verlegen sind verschiedene Überlegungen wichtig. Je größer die einzelnen Platten sind, desto strenger wirkt die Gesamterscheinung. Während sich mit großformatigen Platten sehr einfach ebene Flächen herstellen lassen, bieten kleine Platten oder Pflastersteine die Möglichkeit für ein abwechslungsreiches Mosaik.

Wie das Material verlegt wird, ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit. Gelegentlich wird das Verlegen der Platten in Mörtel auf Unterbeton empfohlen, um das Belagsgefüge stabil zu halten. Ein dichtes Verfugen des Belages ist nicht zu empfehlen, weil sich durch Materialspannung feine Haarrisse bilden, in die Wasser eindringt und durch den Frost zum Aufbrechen führt. Besser ist es deshalb, die Platten ohne Mörtel auf den Unterbeton zu legen und in eine Tragschicht aus Sand oder Splitt einzubetten. So kann das Niederschlagswasser durch die offenen Plattenfugen leicht aussickern.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Platten oder Steine nur in Sand zu verlegen. Wenn auch durch die Setzung im Laufe der Jahre eine gewisse Verschiebung eintritt, ist diese Variante die wirtschaftlichste. Die Intensität der Verschiebung hängt von der Bodenart ab. Wasserhaltige Böden wie Lehm oder Ton schrumpfen oder quellen stärker und sorgen für ein Auseinanderdriften der Platten.

Einhalt gebietet nur ein dicker, steiniger Unterbau, der die Kapillarität des Bodenwassers unterbricht. Auf schweren Böden ist deshalb eine 15 bis 30 Zentimeter dicke Tragschicht aus Schotter oder Kies optimal, auf die eine drei bis fünf Zentimeter dicke Sandschicht kommt. Darauf werden die Platten verlegt und die Fugen mit Sand ausgefüllt. Besteht der Untergrund aus Sand, kann auf die Tragschicht verzichtet werden, weil das Sickerwasser gut abläuft. Sind die Fugen nach vielen Jahren zu breit geworden, ist es kein großer Aufwand, die Platten aufzunehmen und neu zu verlegen. Um das Oberflächenwasser abzuleiten, sollte der Belag ein Gefälle von zwei Prozent haben, also eine Höhendifferenz von zwei Zentimetern auf einen Meter.

DER SICHTSCHUTZ

Damit der Sitzplatz auf der Terrasse ein geschützter Aufenthaltsort wird, ist gegebenenfalls ein Sichtschutz sinnvoll. Zu überlegen ist, ob man sich für Mauern oder transparente Holzwände oder Gitter entscheidet, die sich mit Kletterpflanzen bewachsen lassen. Während Mauern gegen Lärm schützen, bieten die anderen Varianten einen weniger hermetischen Raumabschluss. Für Holzwände oder Gitter eignen sich besonders Klettergehölze, von denen die Bergwaldrebe (Clematis montana) mit ihrer üppigen Fülle von weißen oder rosafarbenen Blüten im Frühsommer einen auffälligen Schmuck darstellt.

Auch verschiedene Geißblattarten wie Lonicera caprifolium, Lonicera x heckrottii und andere eignen sich gut. Sie wachsen nicht zu üppig und bilden nach der Blüte rote oder schwarze Früchte aus. Ein wirkungsvoller Winterblüher ist der Echte Jasmin (Jasminum nudiflorum), der seine goldgelben Blüten von Dezember bis zum Frühjahr entfaltet. Er ist in der blütenarmen Jahreszeit vom Wohnzimmer aus ein schöner Blickfang.

Als Sichtschutz bieten sich auch Hecken in frei wachsender oder geschnittener Form an. Wer diese Variante wählt, sollte allerdings den Platzbedarf beachten. Frei wachsende Hecken eignen sich nämlich nur für größere Gärten und Terrassen, während man für grüne Wände mit wenig Platz geschnittene Hecken bevorzugen sollte. Hier eignen sich vor allem säulenförmig wachsende Sorten von Wacholder (Juniperus communis), Scheinzypressen (Chamaecyparis lawsoniana), Eibe (Taxus baccata) und Lebensbaum (Thuja occidentalis).

DIE PFLANZEN

Um auf der Terrasse ein Blütenfeuerwerk zu entfachen, eignen sich die verschiedensten Pflanzen. Schöne Gefäße kann man bereits im Frühjahr mit Stiefmütterchen, Tausendschön oder anderen Frühlingsblühern bepflanzen. Sehr hübsch wirken Kombinationen mit niedrig bleibenden Tulpen, die man bereits mit Knospen im Gartencenter kaufen kann.

Ab Mai bieten sich dann die verschiedensten Sommerblumen an. Wer die bekanntesten Balkonpflanzen wie Pelargonien, Petunien, Verbenen oder Samsara verwendet, hat in Kürze einen reich blühenden Blickfang. Auch mit Hängenelken oder weniger bekannten Arten wie Blaues Gänseblümchen, Fächerblume oder Schneeflockenblume lässt sich bis in den Herbst hinein ein Meer von Blüten schaffen.

Während die genannten Arten Sonnenkinder sind, eignen sich Männertreu (Lobelia erinus), Knollenbegonien (Begonia tuberhybrida) oder Fleißige Lieschen (Impatiens) für Gefäße an schattigen Standorten. Für solche Plätze stehen auch zahlreiche Fuchsien zur Verfügung, die aufrecht oder hängend wachsen, in vielen Sorten angeboten werden und mit den oben genannten Arten gut kombiniert werden können.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Kübelpflanzen, von denen der Oleander (Nerium oleander) einen Hauch südliches Flair verbreitet. In vielen Farben von Weiß über Lachs und Rosa bis Rot vorhanden, eignet er sich als Sonnenanbeter für Südterrassen. Hier passen auch Wandelröschen (Lantana-Hybr.), die es in vielen Farben gibt. Prachtvoll sind Engelstrompeten (Brugmansia), die mit ihren großen trompetenförmigen Blüten in den Abendstunden einen betörenden Duft verbreiten.

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