Zeitung Heute : Ein Po wie J. Lo

In den USA lassen Frauen sich den Allerwertesten vergrößern

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„I could serve coffee using my rear as a ledge“, sagt Jennifer Lopez, die Besitzerin des gegenwärtig meist bewunderten Allerwertesten der westlichen Halbkugel. Grob übersetzt heißt das: „Auf meinem Hintern könntest du eine Tasse Kaffe abstellen“. Noch vor ein paar Jahren wäre ein solches Hinterteil ganz und gar unakzeptabel gewesen – jedenfalls unter Frauen, denn Männer werden da selten gefragt. Flach musste der Körper bis vor kurzem noch sein, Bauch und Busen genauso wie der Po. Dafür hungerten Frauen, ließen sich Fett absaugen und den Oberschenkelumfang halbieren.

Aber die Zeiten ändern sich. Die kugelrunde Busenform à la Pamela Anderson hielt schon vor ein paar Jahren Einzug, jetzt ist der nicht minder kugelige Po à la J. Lo dran (ob jemals ein Kugelbauch in Mode kommt, darf allerdings bezweifelt werden). Das heißt allerdings nicht, dass Frauen sich jetzt so nehmen, wie sie sind – im Gegenteil. Mit Silikonkissen angefütterte Oberweiten sind mittlerweile ein gewohnter Anblick; Brüste, die nichts erschüttern kann und die so prall sind, dass sie selbst unter hauchdünnen Bikinioberteilen kaum erzittern.

In den USA hat der Gestaltungswille jetzt ein neues Objekt gefunden. Ein Po wie der von Jennifer Lopez muss es sein! Auch das lässt sich mittels Silikonkissen erreichen, aber der Preis (abgesehen von den Kosten) ist hoch. „Zwei Monate lang kann die Patientin nach der Operation nicht sitzen“, warnt der Schönheitschirurg Dimitrije Panfilov. Durch die Nähe zur Analöffnung bestehe außerdem erhöhte Infektionsgefahr. Am Ende ist die ganze Sache vielleicht umsonst, denn da das gesamte Körpergewicht auf den Silikonkissen unter der Haut ruhe, können diese schnell wie Fremdkörper wirken.

Das Gescheiteste wäre eigentlich, Jennifer Lopez ihren Po neidlos zu überlassen und den eigenen mit Stolz zu tragen. Aber seit wann orientieren sich Modetrends an dem, was gescheit ist?S.N.

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