Zeitung Heute : Ein Rathaus auf Reisen

Steglitzer Kreisel: 700 Mitarbeiter des Bezirksamts ziehen aus Offen bleibt, ob der Turm abgerissen wird

Christian van Lessen

„Der Kampf hat sich gelohnt“, sagt Yusuf Atci im 13. Stock des Steglitzer Kreisels. Der Kampf, den der 49-Jährige meint, ist der jahrzehntelange Druck, etwas gegen die Asbestbelastung des Hochhauses in der Schloßstraße zu tun. „Wir ziehen aus“, sagt Atci, der Personalratsvorsitzende des Rathauses von Steglitz-Zehlendorf, Ende 2007 ist es so weit. Wohin die Reise der rund 700 Bezirksamtsmitarbeiter geht, zeichnet sich ab: Ein Großteil zieht wohl ins alte Rathaus Zehlendorf in der Kirchstraße. Aber auch andere Orte sollen den Kreiselflüchtigen Asyl gewähren: das alte Rathaus Lankwitz zum Beispiel. Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) nennt als Ersatzstandort auch das alte Rathaus Lichterfelde.

Unklar ist noch, ob die Ausweichquartiere vorübergehend – wie es der Bezirk will – oder nach Vorstellung des Finanzsenators auf Dauer genutzt werden. Das letzte Wort des Abgeordnetenhauses wird im Mai erwartet.

„Nach der Sanierung wollen wir wieder zurück“, sagt Atci. „Geht es um Bürgerfreundlichkeit, ist der Kreisel besser als alles andere.“ Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hält die auf 70 Millionen Euro geschätzten Asbestsanierungskosten jedoch für zu hoch, er will das Gebäude abreißen oder verkaufen.

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