Zeitung Heute : Ein Stall als Brutstätte für Ideen

Nachwuchswissenschaftler sprechen mit Universitätspräsident Peter-André Alt über ihre Förderung

Sonja Martens
Alle Wünsche kommen auf den Tisch: Nachwuchswissenschaftler tragen ihre Ideen für eine bessere Förderung zusammen. Foto: Bernd Wannenmacher
Alle Wünsche kommen auf den Tisch: Nachwuchswissenschaftler tragen ihre Ideen für eine bessere Förderung zusammen. Foto: Bernd...Foto: Bernd Wannenmacher

Sogar der Hahn krähte ein paar laute Kikerikis und durchdrang mit seiner energischen Stimme die Fenster des „Alten Pferdestalls“ in der Domäne Dahlem: Argumente, Kommentare und Gedanken waren gefragt bei der ersten Ideenwerkstatt, die das Präsidium der Freien Universität dort für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausrichtete.

54 Promovierende, Postdoktoranden und Juniorprofessoren waren der Einladung gefolgt und diskutierten darüber, wie sich die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern an ihrer Hochschule weiter verbessern ließe. Wie können diese beispielsweise die steigenden Anforderungen an Publikationen, interdisziplinärer Zusammenarbeit und dem Erwerb von Drittmitteln bewältigen? Wie lassen sich wissenschaftliche Karriere und Familie vereinbaren? Wie kann der Übergang von der Promotion zur Postdoc-Phase erleichtert werden?

Auf knarrenden Holzdielen wanderten die Wissenschaftler von Tisch zu Tisch, um sechs ausgewählte Aspekte der Nachwuchsförderung zu besprechen. Pro Tisch gab es ein Thema und 30 Minuten Diskussionszeit. Die Teilnehmer schrieben ihre Ideen mit farbigen Filzstiften auf Papiertischdecken und filterten anschließend die wesentlichen Punkte heraus.

Universitätspräsident Professor Peter-André Alt hatte die Nachwuchswissenschaftler schon am Morgen besucht und ihnen das Zukunftskonzept der Freien Universität bis zum Jahr 2017 erläutert. Am Nachmittag kam er erneut zu dem Workshop, um sich die Ideen des wissenschaftlichen Nachwuchses anzuhören.

Die Nachwuchswissenschaftler äußerten den Wunsch nach einer individuellen Beratung, wenn sie etwa nach einem Master-Studium in die Promotion einsteigen oder um sich als Postdoktoranden über die beruflichen Möglichkeiten zu informieren. Außerdem regten sie an, neben dem an der Dahlem Research School als Orientierungshilfe für neue Doktoranden aus dem Ausland eingerichteten „Welcome Center“ auch ein „Departure Center“ anzubieten, das hiesige Wissenschaftler bei der Vorbereitung von Auslandsaufenthalten unterstützt. Ein viel diskutiertes Thema war der Wunsch des regelmäßigen Austauschs mit anderen jungen Forschern. Eine weitere Idee war es, einen Mentoren-Pool einzurichten, bei dem Professoren mitwirken, die in der Hochschullehre erfahren sind und den Nachwuchswissenschaftlern zur Seite stehen können.

Universitätspräsident Alt zeigte sich offen für die Vorschläge der Teilnehmer und sprach mit ihnen über, wie man sie umsetzen könnte. Kirill Dmitriev, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Semitistik und Arabistik, freute sich über das Zustandekommen der Ideenwerkstatt: „Ich fand die Veranstaltung anregend und bereichernd, man sollte ein solches Forum weiterhin anbieten und es für einen größeren Teilnehmerkreis öffnen. Ich finde es sehr gut, dass wir direkt mit dem Präsidenten sprechen konnten.“

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