• Ein Studierendenmagnet „Man trifft Studenten aus ganz Europa“ „Gute Stimmung auf dem Campus“ „Die Mitarbeiter halfen mit Rat und Tat“

Zeitung Heute : Ein Studierendenmagnet „Man trifft Studenten aus ganz Europa“ „Gute Stimmung auf dem Campus“ „Die Mitarbeiter halfen mit Rat und Tat“

Das Austauschprogramm „Erasmus“ wird 25 Jahre alt - die Freie Universität war von Beginn an dabei.

Sven Lebort
Foto: Wannenmacher
Foto: Wannenmacher

SYRI LENSSEN, 20 Jahre:

JAMES MCKEANE, 21 Jahre:

Als vor 25 Jahren, im Juni 1987, das europäische Studierendenaustauschprogramm „Erasmus“ gegründet wurde, war die Freie Universität gleich unter den ersten, die Studierende empfingen und entsandten. Zu Beginn lief der Austausch über ihr Sprachenzentrum, später über alle Fachbereiche. Mit zehn entsandten Studierenden pro Jahr ging die Freie Universität 1987 an den Start, steigerte sich aber schnell auf mehr als 100 und schickt heute 550 auf die Reise. Damit liegt sie bundesweit an der Spitze. Doch das ist nicht alles – die Freie Universität nimmt auch mehr als 1000 Erasmus-Teilnehmer im Jahr auf und ist dadurch Jahr für Jahr die beliebteste deutsche Universität für ausländische Studierende.

Woran das liegt, das kann Gesa Heym-Halayqa, die an der Freien Universität das Erasmus-Programm betreut, nicht mit letzter Sicherheit sagen, denn eine systematische Befragung zu den Gründen gibt es nicht. „Das breite Fächerspektrum könnte ein Grund sein, ebenso das vielfältige Angebot an Regionalwissenschaften“, vermutet sie. Auch die über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte zu vielen ausländischen Hochschulen und die gute Betreuung der Gaststudierenden hätten sich in Europa herumgesprochen. „Der Standort Berlin ist sicher ein wichtiger zusätzlicher Faktor für Gast-Studierende.“

Insgesamt 33 europäische Länder nehmen an Erasmus teil. Die jährlichen Kosten von rund 450 Millionen Euro werden aus dem EU-Haushalt finanziert. Als Gasthochschule sind nur Universitäten wählbar, mit der die entsendende Uni einen bilateralen Vertrag hat – die Freie Universität hat 1000 solcher Verträge mit Fachbereichen an 320 Partnerhochschulen in Europa abgeschlossen, auch das ist bundesweit ein Rekord. Voraussetzung für den in der Regel einsemestrigen Aufenthalt im europäischen Ausland ist lediglich ein Studienplatz an der Entsende-Uni. Das Erasmus-Programm übernimmt die Reise- und Studienkosten. So können auch Studierende aus Universitäten ohne Studiengebühren kostenlos etwa an einer teuren englischen Universität gastieren, wo normalerweise hohe Semester- und Bibliotheksgebühren fällig sind.

Einige Hochschulen sind so gefragt bei ausländischen Studierenden, dass sie wesentlich mehr Gäste aufnehmen, als sie entsenden. Die Freie Universität gehört dazu – ihre Quote beträgt etwa 2:1. Doch natürlich schauen auch ihre Studierenden sich an anderen europäischen Hochschulen um. Am meisten interessieren sich Studierende der Politik- und Sozialwissenschaften für einen Aufenthalt außerhalb Deutschlands, gefolgt von den Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern. „Naturwissenschaftler hingegen kommen oft erst im Masterstudium zu uns“, sagt Gesa Heym-Halayqa.

Wer Deutsch als Fremdsprache, Kulturanthropologie oder Management & Marketing studiert, muss sogar ein Pflichtauslandssemester absolvieren. Die meisten Studierenden der Freien Universität Berlin zieht es nach Frankreich, Spanien und Großbritannien; auch Schweden, die Niederlande und Norwegen sind beliebt, weil dort Englisch gut verstanden wird.

Und wem Europa nicht genug ist, dem bietet die Freie Universität – ohnehin schon deutscher Meister im Studierendenaustausch – auch noch zahlreiche andere und eigene Programme an, mit denen für ein Semester etwa an amerikanische Top-Universitäten gewechselt werden kann. Ganz wie man es von einer Universität erwarten darf, die im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder in diesem Juni und damit zum zweiten Mal nach 2007 mit ihrem Konzept einer internationalen Netzwerkuniversität überzeugt hat. Sven Lebort

Ich studiere an der Radboud-Universität Nijmegen in den Niederlanden im sechsten Semester Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte. In diesem Sommersemester war ich über das Erasmus-Austauschprogramm an der Freien Universität. Ich habe dort im Februar mit einem Sprachkurs angefangen. Berlin ist eine tolle Stadt, in der alles möglich ist, und die Freie Universität gefällt mir sehr. Hier habe ich viele Studierende aus ganz Europa kennengelernt. Es gibt eine Menge interessante Seminare, und das Angebot für Erasmus-Studierende mit Kursen zur Berliner Geschichte, Kultur und Literatur hat mich begeistert. Die Mitarbeiter im Erasmus-Büro waren sehr hilfsbereit. Sie haben immer schnell auf meine E-Mails geantwortet, verständliche Erklärungen gegeben und so bei mir einige anfängliche Unklarheiten beseitigt.

Ich würde allen Studierenden empfehlen, einen Erasmus-Austausch zu machen. Ein Semester im Ausland macht nicht nur selbstständiger, man verbessert auch seine Sprachkenntnisse und schließt Freundschaft mit Menschen aus aller Welt. Mein halbes Jahr hier war wunderschön!

Auf Deutsch zu studieren, war für mich eine neue und tolle Erfahrung. Ich studiere am University College in London Germanistik und bin seit Anfang des Sommersemesters über das Erasmus-Programm an der Freien Universität. Mein Plan war, nach der Vorlesungszeit nach Großbritannien zurückzukehren, aber Berlin gefällt mir sehr, und deswegen bleibe ich doch noch den Sommer über hier. Mein Auslandssemester wollte ich unbedingt in Berlin verbringen, und die Freie Universität hat einen guten Ruf.

Mir gefällt besonders die Stimmung auf dem Campus: Es gibt nette Cafés, die Leute sind in der Regel entspannt und die Dozenten sehr zugänglich. Als ich am Anfang Probleme mit meiner Immatrikulation hatte, haben mir die Mitarbeiter im Erasmus-Büro sehr geholfen.

Ich würde das Erasmus-Programm auf jeden Fall empfehlen. Der Austausch ist sehr nützlich, nicht nur um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch, weil man viel erlebt und lernt als Fremder in einem Land. Es bleibt darüber hinaus auch Zeit zum Reisen, sodass man nicht nur das Gastland entdecken kann, sondern ganz Europa.

Während des vergangenen Wintersemesters war ich als Erasmus-Studentin an der Université de Lausanne in der Schweiz. Ich studiere im vierten Semester des Masters Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität. Mein Semester im Ausland ist ein rundherum positives Erlebnis gewesen. Eine neue Erfahrung war das sehr aktive Campus-Leben in Lausanne. Man bekam oft Angebote für Mittagssport auf dem Uni-Gelände, Einladungen zu Apéros – eine typisch schweizerische Zusammenkunft am frühen Abend mit viel heimischem Wein –, Infos zum Wochenmarkt auf dem Campus und – nicht zu vergessen – die unzähligen Raclette-Abende vor Weihnachten. Ich bin viel herumgereist, unter anderem mit dem wunderbaren Cisalpino-Zug über das Wallis bis nach Mailand. Die Unterstützung durch das Erasmus-Büro der Freien Universität war großartig. Als ich in Lausanne ankam und bei der dortigen Erasmus-Anlaufstelle erst einmal auf keiner Liste auftauchte, standen sie mir mit Rat und Tat zur Seite und klärten das Missverständnis auf. Meine E-Mails und Fragen wurden immer schnell beantwortet. mar

ELISABETH MICHELBACH, 25 Jahre:

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