Zeitung Heute : Ein Stück Himmel auf dem Meer

Auf dem Luxus-Katamaran „Island Explorer“ wird die Inselwelt der Malediven zum Inbegriff tropischer Urlaubsträume

Stefanie Bisping

Barfuß und in reinstes Weiß gekleidet empfängt Charlie die Gäste. Das Beiboot hat sie am Landungsfloß des Wasserflugzeugs eingesammelt und zum „Island Explorer“ gebracht. Die Passagiere balancieren vom Boot zum Katamaran, während die Besatzung zur Begrüßung auf einheimischen Trommeln spielt.

Kreuzfahrtdirektor Charlie komplettiert das Ritual mit der Zauberformel: Schuhe aus. Von jetzt an werden die Gäste sie nur noch brauchen, wenn es zum Landgang auf bewohnte Inseln geht. Zum Dinner nehmen sie barfuß und in leichter Abendkleidung auf Deck Platz. Die Sterne funkeln, der Wein ist kühl, aus der Suppe steigt der Duft von Zitronengras. Die Passagiere ahnen: Glück kann man buchen.

Sind die Malediven über Wasser schon ein Traum aus Palmenstrand und türkisfarben leuchtendem Meer, so liegen ihre eigentlichen Attraktionen unter Wasser: die Korallenriffe. Nur 200 der 1200 Inseln sind bewohnt, weitere neunzig sind Hotelinseln. Meist braucht es keine halbe Stunde, sie zu umrunden. Selbst die luxuriösesten Hotels, zu denen das „Four Seasons“ auf Kuda Huraa zählt, bieten mehr Ruhe als Abwechslung. Der „Island Explorer“ schließt als bewegliche Außenstelle des „Four Seasons“ diese Lücke. 22 Passagieren bietet das Schiff in zehn eleganten Zimmern und einer Suite Platz; ihnen steht die gleiche Zahl an Besatzungsmitgliedern gegenüber.

Die Gäste erwartet vollendeter Luxus: ein Stück Himmel auf dem Meer. Klein und wendig, erreicht der Katamaran die entlegensten Tauch- und Schnorchelreviere und steuert bewohnte Inseln ebenso wie einsame Sandbänke an. Dort wird ein weißer Baldachin errichtet, der Barkeeper hält gekühlte Getränke bereit und reicht Handtücher, die Masseurin schlägt ihr Lager im blitzweißen Sand auf. Vom Sonnendeck des „Island Explorer“ aus betrachtet, sieht das Paradies jeden Tag ein bisschen anders aus.

Die schönsten Aussichten bietet es unter der Meeresoberfläche. Schwärme blau-gelber Doktorfische ziehen an den Schnorchlern vorbei, bunte Kaiserfische und lange Trompetenfische. Eine Meeresbiologin ist bei jeder Schnorcheltour dabei und erklärt Fauna und Flora. Wer die Einblicke vertiefen will, hat beim Schnuppertauchen Gelegenheit dazu.

Bevor die Malediven zum Inbegriff tropischer Urlaubsträume wurden, waren sie der Schrecken der Seefahrer: ein Gebirge unter der Wasseroberfläche, das viele Wracks forderte. Ihre Tücken haben die 14 Großatolle nach wie vor. Um das Schiff nicht zu gefährden und den Nachtschlaf der Passagiere nicht zu stören, wird abends stets geankert. Zum „Sandbank Dinner“ hat Charlie jedem Gast einen Sarong in die Kabine legen lassen. Barfuß und in buntes Tuch gehüllt erscheinen die Passagiere zum ostasiatischen Dinner im Mondlicht am Sandstrand.

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