Zeitung Heute : Ein Traum verglüht

Die „Columbia“ stürzt ab

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ABSCHIED

Alarmstufe 1: Jedes Risiko soll ausgeschlossen werden bei der Landung der USRaumfähre „Columbia“. Weil der israelische Astronaut Ilan Ramon an Bord ist, wird sogar der Luftraum über den Vereinigten Staaten abgeriegelt, um einen Terroranschlag auszuschließen. Ein Attentat bleibt auch tatsächlich aus. Trotzdem wird dieser 1. Februar ein Fiasko für die bemannte Raumfahrt: Schon beim Start, 16 Tage vorher, hat sich ein Teil vom 22 Jahre alten Shuttle gelöst und den Hitzeschutzschild beschädigt. Die Raumfahrtbehörde weiß davon, ein Ingenieur hat sie auch über die möglicherweise fatalen Auswirkungen während des Landeanflugs der „Columbia“ informiert. Doch die Warnungen werden ignoriert. Mit katastrophalen Folgen: Nach und nach fallen Sensoren aus, plötzlich bricht der Funkkontakt zur Mannschaft ab. Sekunden später, um 15 Uhr Ortszeit, vernehmen Menschen in Texas einen lauten Knall. 62 Kilometer über ihnen ist gerade die

„Columbia“ bei einer Geschwindigkeit von mehr als 20 000 Stundenkilometern auseinander gebrochen. Sie verglüht beim Eintritt in die Erdatmospähre; und mit ihr alle sieben Astronauten an Bord. Die Trümmer stürzen meilenweit verstreut in Texas auf die Erde. Ein schwerer Rückschlag für den amerikanischen Traum von der Eroberung des Weltalls, der nach der „Challenger“-Katastrophe im Jahre 1986 gerade erst wieder vorsichtig geträumt werden durfte.

Die Toten des Jahres

Helmut Zenker (53), österreichischer Autor („Kottan ermittelt“), 7.1.

Maurice Gibb (53), Sänger der „Bee Gees“, 12.1.

Giovanni Agnelli (81), ehemaliger Fiat-Chef, 24.1.

Francesco Trussardi (29), italienischer Mode-Erbe, 26.1.

Manfred von Brauchitsch (97), ehemaliger Autorennfahrer, 5.2.

Dolly (6), Schaf, erstes geklontes Säugetier der Welt, 14.2.

Aleksandar Tisma (79), serbischer Schriftsteller, 16.2.

Willi Hoss (73), Mitbegründer der Grünen, 20.2.

Ulrich Roski (58), deutscher Liedermacher, 20.2.

Uwe Lüthje (71), langjähriger CDU-Finanzverwalter, 25.2.

Ulli Herzog (64), SFB-Moderator, 1.3.

Horst Buchholz (69), Schauspieler, 3.3.

Zoran Djindjic (50), serbischer Ministerpräsident, 12.3.

Howard Fast (87), amerikanischer Schriftsteller (u.a. „Spartacus“), 12.3.

Adam Osborne (64), britisch-amerikanischer Computerpionier, 18.3.

Gordian Troeller (86), Fernsehjournalist und Dokumentarfilmer, 22.3.

Rudolf Walter Leonhardt (82), deutscher Publizist, 30.3.

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