Zeitung Heute : Ein weiterer Grundstein für den Leipziger Platz gelegt

Der Tagesspiegel

Lange wird dieser Grundstein dort nicht stehen bleiben. Mitten auf dem späteren Bürgersteig des Leipziger Platzes. Direkt vor dem Haus, das er tragen sollte, nähme man diesen Begriff ernst: Grundstein. Doch hinter ihm wächst jenes Gebäude schon in die Höhe, das erste Obergeschoss ist erreicht und auf der Baustelle kein Platz mehr für Grundsteine. „Leipziger Platz No. 7“ – seit ein paar Wochen wird an dem Geschäftshaus gebaut, seit der Grundsteinlegung am Donnerstag hat das nun auch seine rituelle Ordnung.

Damit fehlt auf der Südseite des Leipziger Platzes nur noch die Baustelle für die Hausnummer 1–6 an der Ecke zum Potsdamer Platz – das Projekt von Sony und der Württembergischen Lebensversicherung. Hier soll noch in diesem Jahr angefangen werden. Die Nummern 11 und 10 an der Ostecke stehen bereits, für die Nummern 9 und 8 wurden die Grundsteine im Herbst gelegt. Bausenator Peter Strieder (SPD) kündigte gestern an, dass die von Metallgittern umzäunte Freifläche des Platzes in diesem Frühjahr begrünt werde und ihr Pendant auf der Nordseite – wo erst zwei Gebäude stehen – zumindest von den Baufahrzeugen und -containern geräumt werden soll, die dort etwas unansehnlich herumstehen.

Das Haus Nummer 7 baut die MM Management Beteiligungsgesellschaft als Anlageobjekt für die Berliner Ärzteversorgung, das berufsständische Versorgungswerk der Berliner Ärztekammer. Durch das vom Architektenbüro KSP Engel und Zimmermann entworfene Gebäude wird eine öffentliche Passage zu der hinter der Bebauung des Leipziger Platzes geplanten Straße führen. Die Fassade zeigt raumhohe, stehende Fenster im Wechsel mit hellen Sandsteinelementen nahezu gleichen Formats. Horizontal gliedern durchlaufende Sandstein-Balkone mit gläsernen Brüstungen die Gebäudefront. Die Fertigstellung des Hauses ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

Das Erdgeschoss und möglicherweise der erste Stock wird an Geschäfte oder Restaurants vermietet, die darüberliegenden Büro-Etagen könnten von großen Rechtsanwaltskanzleien oder Beratungsfirmen mit Bedarf an einer repräsentativen Adresse übernommen werden. Wie bei allen Gebäuden am Platz sind in den oberen vier Stockwerken „exklusive“ Wohnungen vorgesehen.

Denn der Leipziger Platz, so sagte es Senator Strieder, „ist eine der letzten 1A-Lagen, die in Berlin noch zu vergeben sind“. Er werde – im Gegensatz und als Ergänzung zum Potsdamer Platz – gediegener , luxuriöser als dieser; der Platz der teureren Geschäfte und hochwertigeren Büros. Und ein Ort, auf den „die Berliner stolz sein werden“, so Strieder.

Nur wann das berühmte Oktogon des Platzes wieder geschlossen ist – das ist bis heute nicht ausgemacht. Ein dickes Fragezeichen steht vor allem noch hinter dem Projekt der TLG auf dem ehemaligen Wertheim-Gelände. Dort soll der Bau erst begonnen werden, wenn 50 Prozent der Fläche vermarktet sind. Was angesichts des Immobilienmarktes noch etwas dauern könnte. how

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