Zeitung Heute : Ein Wohnzimmer im Freien

Schon mit wenigen Accessoires lassen sich Gärten und Terrassen zu privaten Lounges umgestalten

Reinhart Bünger

Ein weißes Sonnensegel hier, ein Feuerkorb dort, gemusterte Kissen, Strandmatten und Badetücher, Solarleuchten an Bäumen: Es ist einfach, zum Beginn der Freiluftsaison aus einem Fleckchen Grün oder einer Terrasse eine Oase zu machen. Ein schön gestalteter Garten zieht nicht nur alle Blicke auf sich, sondern dient auch als Entspannungs- und Rückzugsort.

Vorbei sind die Zeiten, in denen man die freien Flächen – der besseren Pflegeleichtigkeit zuliebe – mit langweiligen Pflastersteinen versiegelte. Nach Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad erobert „Homing“ nun auch die Gärten der Republik. Sie werden zu Ruhepolen in der modernen Welt mit ihren immer schnelleren Abläufen. Mit passenden Accessoires werden Gärten schnell zu „Sommerwohnzimmern“. Ruhe und Wohlbefinden lassen sich nirgends besser zelebrieren als hier. Ein großes Comeback feiert das Grillen. Barbecue ist angesagt wie schon lange nicht mehr. Räucheröfen und Feuerschalen können zusätzlich für die besondere Lagerfeueratmosphäre sorgen.

Bevor man sich es im grünen Paradies gemütlich machen kann, bedarf es einiger Planungen. Geschwungene Gartenwege, malerische Steintreppen, eine gemütliche Terrasse und eine einladende Feuerstelle: Mit der richtigen Unterstützung ist die Umsetzung einer solchen Oase einfacher, als viele denken. Das Blau des Meeres auf Gartenmöbeln kann selbst das kleinste Hinterhofidyll in ein ganz privates Paradies verwandeln.

„Die Kunst liegt darin, Haus und Garten harmonisch in die Umgebung einzufügen. Denn als gemeinsames Ganzes beeinflussen sie Wohlbefinden und Gesundheit der darin lebenden Menschen“, sagt zum Beispiel Brigitte Hölscher. Die Garten- und Landschaftsbauerin aus Hamburg hat sich auf Feng-Shui spezialisiert und bildet auch Feng-Shui-Berater für den Garten aus. Seit Jahrtausenden bauen die Chinesen auf Feng Shui, wenn es darum geht, Städte zu entwerfen, Häuser zu planen und Gärten zu gestalten. Feng Shui heißt übersetzt „Wind und Wasser“, Ziel ist das Leben im Einklang mit der Natur. Wie in den Innenräumen, ist ein gutes Konzept sinnvoll, in das sich Möbel, Lampen und Dekoobjekte einfügen. Die Verwendung natürlicher Materialien kann dazu beitragen, dass die Gesamtkomposition nicht unruhig wirkt. Stein und Holz sind dabei die idealen Elemente, die der Gartengestaltung durch ihre Rustikalität einen naturnahen und individuellen Charakter verleihen. Durch ihre Kombination entsteht ein besonders warmes und mediterranes Flair. Um hier den richtigen Mix zu finden, ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich. Die Gestaltung einer solchen Wellnesszone im Freien darf nicht überstürzt werden. Wichtig ist, dass im Laufe der Jahre ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Über das Grundgerüst sollte man sich indes von Anfang an im Klaren sein. Die Fragen, ob Wert auf viel Duft gelegt wird oder ob es vielleicht auch einmal einen Teich geben soll, ja ob vielleicht sogar ein Whirlpool in einem Wellnesstempel sprudeln soll, können dann später geklärt werden – vorausgesetzt, es wird vorausschauend gearbeitet.

Wohl dem, der eine Terrasse sein eigen nennen kann: Sie kann relativ rasch in eine Chill-out-Area umgestaltet werden. Zum Beispiel mit einer stilvollen Markise, die mehr zu bieten hat als Schutz vor brennender Sonne. In hiesigen Breitengraden geht es schließlich vor allem um den Schutz vor den Unbillen des Wetters. Moderne Markisen sind nicht nur schmutzaweisend; sie haben haben auch integrierte Heizstrahler und sorgen zusätzlich mit integrierten LED-Leuchtsystemen für Stimmung .

Die Sitzgelegenheiten unter dem Markisentuch sollten bequem sein. Weiche Polster und Liegemöbel haben die Gartenstühle alter Schule abgelöst. Outdoor-Soundsysteme berieseln die Terrasse mit den Lieblingssongs. Ob der Gastgeber dazu Cocktails, Wellness-Shakes mit vielen Vitaminen oder exklusive Tees serviert, bleibt seinem Geschmack und der Laune des Tages überlassen. (mit ddp)

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