Zeitung Heute : Einblicke in die schweizerische Küchenszene

Die Schweiz ist immer noch ein kulinarisch unbekanntes Land. Denn hinter den öden Klischees von Fondue, Raclette und Geschnetzeltem verbirgt sich eine an- und aufregende Szene. Viele talentierte Köche haben längst damit begonnen, aus den fabelhaften, jeglicher EU-Gleichmacherei entzogenen Grundprodukten ihres Landes eigenständige Rezepturen zu entwickeln, die die Küchentraditionen der verschiedenen Landesteile in die Moderne versetzen. Das Buch Gipfeltreffen – Eine kulinarische Schweizer Reise dokumentiert diesen Wandel am Beispiel von zehn Köchen, die mit der sprichwörtlichen Eigenwilligkeit des Schweizer Spezialisten an die Arbeit gehen.Obwohl Rezepte dokumentiert werden, ist dies eher ein Reportage- und Fotobuch, denn die Texte bieten mehr als nur Kurzinformationen - es sind ausführliche, treffsichere Porträts von Menschen, Küchenstilen und Landschaften. Das Spektrum der Köche reicht von bekannten Stars der Genfer Region wie Philippe Chevrier bis zu genialischen Eigenbrötlern wie Stefan Wiesner, der sich im entlegenen Entlebuch ein eigenes Küchenuniversum gebaut hat und mit Steinen, Moos und Schnee kocht; interessant auch die Vorstellung des Aufsteigers Andreas Caminada, der für seine Arbeit in Schloss Schauenstein gerade den zweiten Michelin-Stern bekommen hat. bm

Bernd Grundmann, Peter Haerle, Claudius Wirz: Gipfeltreffen - eine kulinarische Schweizer Reise, Collection Rolf Heyne, 288 S. 49,90 Euro.

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