Zeitung Heute : Einbruch bis Kakerlake

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Einbruch. Wird in ein Ferienhaus eingebrochen, so kann dies dem Vermieter nicht als "Reisemangel" angelastet - und deshalb auch nicht der Mietpreis nachträglich gemindert werden. (Amtsgericht Hamburg, Aktenzeichen: 9 C 612/97) W. B.

Billigmaschine. Wirbt ein Reiseveranstalter damit, dass die Flüge mit einer bestimmten herausragenden Fluggesellschaft stattfinden werden, mussten sich die Reisenden jedoch mit einer (hier: 20 Jahre alten) "Billigmaschine" zufriedengeben, so rechtfertigt dieser Mangel eine Reisepreisminderung um 15 Prozent, auch wenn wegen der Ersatzmaschine konkrete Mängel nicht vorgetragen wurden. (Amtsgericht Bielefeld, Aktenzeichen: 41 C 800/97) W. B.

Buchung. Bleibt ungeklärt, warum eine per Computerausdruck bestätigte Reisereservierung nicht in eine Buchung mündete, so haftet dafür nicht das Reisebüro, weil dies zu einer "erheblichen, unkalkulierten und nicht gerechtfertigten Erweiterung des finanziellen Risikos eines Reisebüros" führen würde. (Amtsgericht Aachen, Aktenzeichen: 9 C 411/97) W. B.

Kakerlake. Reist eine Familie in den Süden (hier: nach Tunesien), so muss sie mit Kakerlaken, von denen es im Zimmer "gewimmelt" haben soll, rechnen, und kann den Reisepreis nachträglich lediglich um zehn Prozent mindern. Sie haben nicht das Recht - unter Rückzahlung des vollen Reisepreises - frühzeitig nach Hause zu fahren. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 136 C 46/99) W. B.

Klimaanlage. Sind in südlichen Ländern Hotelzimmer mit Klimaanlagen ausgestattet, kann ein Pauschaltourist auch verlangen, dass die Geräte ausreichend funktionieren. Dies geht aus einem jetzt veröffentlichten Urteil des Kölner Amtsgerichts hervor (Aktenzeichen: 136 C 55/99). Damit entsprach das Gericht der Klage eines Mexiko-Touristen gegen seinen Reiseveranstalter und billigte ihm wegen einer schlechten Klimaanlage eine Reisepreisminderung von zehn Prozent zu. Die Klimaanlage in einem Hotel im mexikanischen Karibik-Badeort Cancun hatte die Luft lediglich auf 30 Grad Celsius herabgekühlt. Bei Ausstattung eines Hotelzimmers mit Klimaanlage dürfe ein Tourist davon ausgehen, dass die Klimaanlage für "angenehme Aufenthaltstemperaturen" sorge.

Heizung. Ein "landestypisches Mittelklassehaus mit einfacher Ausstattung" auf den Kanarischen Inseln muss nicht unbedingt mit einer Heizung ausgestattet sein. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Bonn (Aktenzeichen: 5 S 167/97) hervor, mit dem die Richter die Schadenersatzklage eines Urlaubers gegen einen Reiseveranstalter zurückwiesen. Man könne auf Lanzarote nicht die rechtlichen Regelungen für Mietwohnungen in Deutschland zu Grunde legen. Schon wegen der dort auch im Winter frühlingshaften Witterung seien Heizungen auf den Kanarischen Inseln "nicht erforderlich".

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