Zeitung Heute : Eine eigene Wahrheit

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Die Bewohner von Beslan wollen eine unabhängige Untersuchung des Geiseldramas. Wie kommt es, dass sie der offiziellen Kommission nicht trauen?

Mit etwas zeitlichem Abstand zum grausigen Geiseldrama in Beslan wächst auch in Russlands Medien die Kritik an der mangelnden Information der Öffentlichkeit. Gestern wurden erstmals Fragen nach dem tatsächlichen Ablauf, nach dem Verwirrspiel um Täter und Opferzahlen und den Motiven der Geiselnehmer aufgeworfen. Zweifel an den bisherigen behördlichen Informationen mehren sich auch unter den Einwohnern von Beslan. Viele glauben zum Beispiel nicht mehr an die offizielle Version, wonach die Geiselnehmer zum Teil aus arabischen und afrikanischen Staaten stammten, nachdem mehrere befreite Geiseln erklärten, sie hätten die Terroristen ausschließlich für Tschetschenen gehalten.

Solche Nachrichten machen in der 30000-Einwohner-Stadt schnell die Runde, in der fast jeder eine Familie kennt oder selbst Angehörige hat, die von der Tragödie betroffen sind. Um Klarheit zu bekommen, wollen die Einwohner sich jetzt selbst ein Bild machen, indem sie eine regierungsunabhängige Untersuchungskommission einrichten. Das Gremium soll vor allem Einsicht in die Gesprächsprotokolle der Verhandlungen mit den Geiselnehmern verlangen. Tsp

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