EINE ERINNERUNG VON PETER SCHNEIDER : Jeder Spruch eine Geste

Ohne ihn und seine unsterblichen Witze wäre die 67er-Bewegung eine ziemlich ernste deutsche Angelegenheit geblieben.

Ich werde hier nicht seine genialen Ein- und Ausfälle noch einmal zitieren. Ohnehin kommen einem die Tränen, wenn man daran denkt, welche Sprüche sich Fritz im Gefängnis seiner Krankheit über die Herren der Finanzkrise ausgedacht haben mag und nicht mehr ausagieren konnte. Denn ein Spruch nur so auf dem Papier, ohne Aktion, ohne die Geste des Aufstands, war für Fritz eine halbe Sache.

Er war der Dichter, dem seine Worte in die Glieder fuhren – nur durch Taten, fand er, waren sie zu beglaubigen und würden ihren Reim finden. Er hat uns schon seit vielen Jahren gefehlt und fehlt uns jetzt, da er gegangen ist, noch mehr. Aber natürlich möchten wir gern wissen, welche Antwort ihm einfallen wird, wenn er an der Himmelspforte nach seinem Namen und Begehr gefragt wird. Er wird sich nicht darauf verlassen, dass Gott Humor hat.

Notfalls wird er den Platz, der ihm gebührt, durch einen langen Sitzstreik erzwingen – einen Ehrenplatz unter den großen deutschen Dichtern.

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