Zeitung Heute : Eine Frage der Auslegung

NAME

Immer noch sind über vier Millionen Menschen arbeitslos. Doch die Bundesregierung sieht die Talsohle durchschritten. Schließlich ist die Arbeitslosenzahl ja zurück gegangen. Von nun an gehts bergauf: das ist die Botschaft der Regierung. Alles wird schlimmer und die Sozis haben kein Rezept: Das meint dagegen die CDU und klagt an, dass die Arbeitslosenzahl nur an der Oberfläche, bei den nicht saisonbereinigten Zahlen, zurück geht. Streiche man nämlich die positiven Effekte des wärmeren Wetters weg, dann sehe die Lage auf dem Arbeitsmarkt schlechter aus denn je. Das stimmt zwar. Doch es wird der Union nicht gelingen, mit diesem Argument bis zu den Wahlen die schlechte Vorstellung der Bundesregierung auf dem Arbeitsmarkt für sich zu nutzen. Die Wähler gucken bekanntlich auf die unbereinigten Zahlen. Und die werden schon im Mai voraussichtlich wieder unter vier Millionen liegen. Und dann werden sie von Monat zu Monat besser, das wird beruhigend wirken. Das ist vielleicht gut für die SPD, schlecht für die CDU, aber bestimmt schlimm für die Arbeitslosen. Denn die Zahlenspielereien und der Wahlkampf werden verhindern, dass die Debatte über die Arbeitsmarktpolitik, die mit den Schwindeleien bei der Bundesanstalt im Februar begann, ernsthaft weiter geführt wird. Das wird erst im Spätherbst wieder möglich – und dann werden die Arbeitsmarktzahlen auch schon wieder schlechter. Saisonbedingt natürlich. uwe

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar