Zeitung Heute : Eine Frage des Tempos

Der Tagesspiegel

Bei einem Schlaganfall entscheidet schnelle Hilfe über Leben und Tod – jeder Notarzt weiß das und handelt entsprechend. Täglich erleiden in Berlin rund 15 Menschen einen solchen Hirninfarkt, fünf sterben daran. Die ersten drei bis fünf Stunden sind die wichtigsten. Deshalb arbeiten die beiden Berliner Unikliniken Charité und Benjamin Franklin seit Jahren an entsprechenden Therapien. Sie bildeten so genannte Stroke-Units, das sind Spezial-Einrichtungen zur schnellen Behandlung eines akuten Schlaganfalls. Im Durchschnitt werden Schlaganfallpatienten in der Charité bereits 15 bis 20 Minuten nach Einlieferung behandelt – ein internationaler Spitzenwert.

hatte am 4. März über einen Patienten berichtet, der in der Charité angeblich trotz Schlaganfalls erst nach acht Stunden behandelt wurde. Der Sohn des Erkrankten erhob schwere Vorwürfe gegen die vermeintlich untätigen Ärzte. Verständlich bei einem Menschen, der glaubt, sein Vater habe einen Schlaganfall erlitten und brauche schnelle Hilfe. Unter dem Druck zog sich die Wartezeit für den Sohn ins Unendliche. Den Rettungsärzten war jedoch bereits nach 15 Minuten klar, dass der Mann keinen Schlaganfall erlitten hatte, sondern an einer Augenkrankheit litt.

In der Rettungsstelle der Charité gibt es zwar Fachärzte für viele Leiden. Ein Notfall-Augenarzt steht aber nur am Virchow-Klinikum im Wedding zur Verfügung, das Teil der Charité ist. Deshalb wurde der Patient verlegt, was einige Zeit in Anspruch nahm. Tsp

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