Zeitung Heute : Eine Hauptstadt der Medien-Talente - Unternehmen stellen Kampagne "Capital of talents" vor

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Berlin will sich als Talentschmiede der Medienwirtschaft international stärker profilieren. Unter dem Slogan "Berlin - Capital of talent" soll der Standort professioneller als bisher vermarktet und das Know-how der regionalen Medienunternehmen gebündelt werden. Ein "Bündnis für Medien", das Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen am Dienstag anlässlich eines Medientreffens in der Industrie- und Handelskammer vorschlug, soll die Neupositionierung des Standortes abrunden. Ein solches Bündnis aus Senat, Gewerkschaften und Unternehmen werde "das Kapital in den Köpfen zu wirklichen Talenten entwickeln" und könne in der Region Berlin-Brandenburg in den nächsten fünf Jahren rund 30 000 Arbeitsplätze schaffen, sagte Diepgen vor zahlreichen Vertretern der Berliner Medienbranche und Politik. "Dies muß das überprüfbare Ziel dieser Initiative sein." In der Berliner Medienbranche sind derzeit etwa 7900 Firmen mit 100 000 Beschäftigten tätig. Diepgen kündigte ferner an, im Falle einer Wiederwahl die Entwicklung des Medienstandortes zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit zu machen. Innerhalb des Senates sollen Kompetenzen gebündelt und die Abstimmung mit Brandenburg verbessert werden. Diepgen sicherte zu, Berlin und Brandenburg würden ihre Zuschüsse zum Filmboard bei jeweils 15 Mill. DM jährlich halten. "Und dies wird auch in den zukünftigen Haushalten so bleiben."

Bei der Präsentation der "Capital of talent"-Kampagne, die von Unternehmen im Arbeitskreis Medien der IHK erarbeitet wurde, sagte der Geschäftsführer der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends, Thomas Heilmann, der Medienstandort Berlin sei zersplittert. Film und Telekommunikation, Multimedia und Fernsehen stünden noch relativ unabhängig nebeneinander. Es fehle an einer gemeinsamen Idee. "Der Medienstandort Berlin kennt sich noch nicht einmal selbst", so Heilmann. Über das Internet könne beispielsweise die vielfältige Berliner Szene, die wie in keiner anderen Stadt über Talente verfüge, zusammenfinden. Talent bedeute freilich nicht automatisch Erfolg. "Jede Begabung braucht Förderung, Ausbildung und Erfahrung." Berlin müsse ungeachtet der bereits vorhandenen Kapazitäten seinem Medien-Nachwuchs noch mehr Ausbildungsmöglichkeiten bieten - am besten gemeinsam mit Brandenburg. Auch die begonnene Zusammenarbeit mit Hamburg sollte Heilmann zufolge zu einem "Medien-tandem" ausgebaut werden. Als führender Multimediastandort müsse Berlin die "Explosion im Internet-Markt" als Chance begreifen und diese Entwicklung als Katalysator befördern. Schließlich sei es Aufgabe der Stadt, jungen Medienunternehmen den Zugang zu privaten Geldern zu erleichtern. Die - das zeige der Internet-Markt - seien reichlich vorhanden.

IHK-Präsident Werner Gegenbauer begrüßte de "Capital of talent"-Initiative. "Wir brauchen eine Marke Medienstandort Berlin, die die Köpfe und die Herzen erreicht." Es gebe heute kaum ein Produkt der alten und neuen Medien, das von Unternehmen in Berlin nicht hergestellt werden könne. Zu kämpfen habe der Standort gleichwohl. Mit Verweis auf die Disney Synchronstudios, die sich gegen Berlin entschieden hatten, forderte Gegenbauer einen neuen Anlauf bei der Präsentation der Medienregion. Dies beziehe auch Brandenburg mit ein.

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