Zeitung Heute : Eine Internetseite kann man nicht verklagen - Konventionen für elektronischen Geschäftsverkehr unterzeichnet

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Das Online-Shopping wird einem noch zu oft durch fehlende Angaben zum Anbieter der Waren oder Dienstleistungen versauert. Das soll sich zumindest für den deutschen Markt bald ändern. Verbraucher- sowie Wirtschaftsverbände haben eine "Konvention zur Anbieterkennzeichnung im elektronischen Geschäftsverkehr" unterzeichnet, teilte die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in Bonn mit. Zwar war die vollständige Kennzeichnung mit Postadresse, Ansprechpartner und Rechtsform auch bisher gesetzlich vorgeschrieben, aber die Angaben sind oft auf verschiedenen Web-Seiten verstreut, kleingedruckt - kurzum: für den Nutzer schwer auffindbar.

Spätestens im Streitfall ist die Adresse unerlässlich, weist die AgV hin: Eine Internetseite kann man nicht verklagen. Die Telefon- und Faxnummern plus eine Mailadresse sind ebenfalls Zeichen für Kundenfreundlichkeit. Dass sich die Unternehmen durch lückenhafte Angaben absichtlich vor Reklamationen drücken, wollen die Verbraucherschützer jedoch nicht unterstellen - viele Firmen kannten ihre Pflichten im Bezug auf das Internet-Angebot einfach nicht. Ein Ziel der Konvention ist es deshalb, die Anbieter darüber zu informieren.

Egal, was sich der Kunde auf der Homepage gerade anschaut, höchstens zwei Mausklicks dürfen ihn von der Kennzeichnung trennen. Diese muss gut lesbar und auszudrucken sein. Damit sind erste freiwillige Mindestanforderungen für Unternehmen vereinbart, die im Internet an privaten Kunden verkaufen. Aus der Sicht der Unterzeichner sind weitere Schritte wünschenswert, z.B. bei der verständlichen Angabe der Lieferbedingungen. Unterschrieben haben der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der Deutsche Multimediaverband, der Markenverband, der Reisebüroverband und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. Alle übrigen Anbieterorganisationen und Provider sollen dem Abkommen beitreten, so die AgV.

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