Zeitung Heute : „Eine unbequeme Wahrheit“

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore ist live auf dem Kongress dabei

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Al Gore, Vizepräsident unter Bill Clinton und ehemaliger Präsidentschaftskandidat der Demokraten, wird auf dem 1. Deutschen Klimakongress „Klima im Wandel – Fakten, Folgen, Perspektiven“ live aus den USA zugeschaltet und steht nach seinem Vortrag für eine Diskussion mit den anderen Referenten sowie den Teilnehmern zur Verfügung.

Al Gore gilt als einer der bedeutendsten Klimaschützer der USA und hat das ökologische Denken in die Politik, ins öffentliche Bewusstsein der USA und damit nicht zuletzt in das internationale Bewusstsein katapultiert. Al Gore hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt von der Dramatik und Dringlichkeit des Themas zu überzeugen. Dabei gibt es gerade in den USA eine gravierende Herausforderung: Klimaschutz verträgt sich nicht gut mit dem American Way of Life.

Aber gerade hier ist ein Umdenken wichtig; die USA gehören zu den größten Verursachern von klimaschädlichen Treibhausgasen und zu den Nationen, die das Kioto-Protokoll nicht unterzeichnet haben. Mit einer Dia-Show ist Gore deshalb kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten gezogen, um Folgen zu thematisieren und Zusammenhänge deutlich zu machen. An die 1000 Vorträge hat er nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren gehalten.

Diesen Kreuzzug für den Schutz des Klimas hat Al Gore in einem aufrüttelnden Dokumentarfilm festgehalten: „An Inconvenient Truth“ zeigt Gores Engagement und seine Präsentation, in der die Ursachen des globalen Klimawandels erklärt werden. Er analysiert die Rolle der USA als einer der größten Verursacher von Treibhausgasen und weist auf die schlechten amerikanischen Umweltstandards im weltweiten Vergleich hin. „Eine unbequeme Wahrheit“ sorgte nicht nur in Amerika für Furore. Der Film erhielt als erster Film seit zehn Jahren einen Special-Humanitas-Preis für seine besonders gelungene Botschaft an die Menschheit, Werte zu kommunizieren, das Bewusstsein zu schärfen und menschliches Verhalten zu motivieren. „An Inconvenient Truth“ wurde zudem auf dem Filmfestival in Cannes uraufgeführt. In den USA füllt er unter großer Beachtung und mit viel Lob überraschend die Kinos. Ab Oktober wird der Film unter dem Titel „Eine unbequeme Wahrheit“ auch in den deutschen Kinos zu sehen sein.

Mit der Teilnahme von Al Gore auf dem 1. Deutschen Klimakongress, der von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eröffnet wird, wird die Brücke zu einer anderen Veranstaltung geschlagen: Der Clinton Global Initiative, die zeitgleich in New York stattfindet und sich ebenfalls mit dem Klimawandel auseinandersetzt. Al Gore wird hier ebenfalls einen Vortrag halten – der Grund, warum Gore nicht vor Ort in Berlin sein kann. Al Gore vervollständigt mit seiner Video-Teilnahme die Liste renommierter Klima-Referenten, wie Mojib Latif (IFM Geomar), Vicky Pope (Hadley Center), Stefan Rahmstorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Bestseller-Autor Tim Flannery („Wir Wettermacher“), Antoine-Marie Moustache (Umweltministerium der Seychellen), Lutz von Meyerinck (BP Germany), Thomas Levander (Swedish Energy Agency), Jiahua Pan (Chinese Academy of Social Sciences), Sir David King (wissenschaftlicher Berater der Britischen Regierung), Jeremy Rifkin und Utz Claassen (EnBW).

Zum ersten Mal wird bei einem Kongress zum Thema Klimawandel eine Plattform geschaffen, auf der gesellschaftsübergreifend Handlungsperspektiven erörtert werden. Und nicht nur das: Auch konkrete Maßnahmen werden aufgezeigt. Denn dass der Klimawandel „Eine unbequeme Wahrheit“ ist, darüber sind sich alle Experten einig. Jetzt geht es darum, Taten folgen zu lassen. Tsp

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