Zeitung Heute : eine verborgene Perle“

und die Aktivitäten der Händler-Interessengemeinschaft

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großzügig bezüglich des Parkens in zweiter Reihe. Aber als jetzt das Ordnungsamt gegründet wurde, waren die dortigen Kollegen sehr engagiert. Und weil der Standort des Ordnungsamts am Hohenzollerndamm ist, fahren die Mitarbeiter mehrmals täglich mit ihrem Wagen durch die Westfälische Straße auf ihrem Weg in den Norden Charlottenburgs. Dabei haben sie die Autos in zweiter Spur immer gesehen und sind oft eingeschritten. Das hat erhebliche Unruhe erzeugt. Ich glaube aber, inzwischen ist da wieder etwas mehr Ruhe eingetreten.

Wie ließe sich das Parkplatzproblem denn lösen – könnte man in der Nähe ein Parkhaus bauen?

Platz dafür gäbe es, aber ich weiß nicht, ob die Nachfrage da ist.

Wären Parkautomaten sinnvoll, eventuell mit einer so genannten Brötchentaste für Kurzparker?

Die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung wäre hier sicher stark umstritten. Es gibt dafür keine Pläne.

Werden sich die hochwertigen Läden auf Dauer behaupten können gegen die Expansion von Filialisten?

Sie werden es immer schwerer haben, das ist klar. Es kommt darauf an, dass man nach außen einheitlich wie eine Passage auftreten kann. Je kompakter so ein Straßenabschnitt ist, desto eher kann das gelingen. Ich halte das in der Westfälischen Straße für aussichtsreich, weil die Händler dort wirklich die Chance haben, ihre Straße als Marke zu etablieren.

Hat die Westfälischen Straße mit ihrem großenteils mittelständischen Branchenmix nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit der Reichsstraße in Westend?

Ja, es gibt Ähnlichkeiten. Die Reichsstraße hat es leichter, weil es dort mehr Parkplätze gibt. Es ist eine offenere Lage, sie hat mehr Möglichkeiten. In Bezug auf die Käuferschaft gibt es eine klare Verbindung: Beide leben von Leuten, die etwas mehr verdienen und ausgeben können.

Die seit 1999 bestehende Interessengemeinschaft Westfälische Straße organisiert ihre Straßenfeste immer selbst, statt Veranstalterfirmen zu beauftragen. Die gemeinsamen Aktivitäten sind zum Vorbild für viele andere Händler im Bezirk geworden. Wie beurteilen Sie die Tätigkeit der IG?

Sie ist sehr erfolgreich. So etwas hängt aber von der Initiative des Vorstands ab. Die Westfälische Straße hatte mit Heide Meyer von Lady M eine Vorsitzende, die sich um alles gekümmert hat. Nach einer gewissen Zeit wechselt der Vorsitz natürlich. Aber Christian Koch ist ein Nachfolger, der sich ebenfalls stark engagiert. Die Händler haben Aktionen gemacht, die für sie zu stemmen waren und haben entsprechend ihrer Käuferschaft agiert. Zum Beispiel haben sie sich bei den Straßenfesten auf den Raum vor ihren Geschäften beschränkt – und nicht die ganze Straße gesperrt.

Interview: Cay Dobberke

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