Zeitung Heute : Einer für alle, und einer für die anderen

Matthias B. Krause[New York]

Lange sah es so aus, als würde Ohio die Wahl entscheiden. Wie kam es dazu, dass bis zu 250000 Stimmen noch nicht gewertet werden konnten?

JOHN KERRY :

„Ich habe heute mit Präsident Bush gesprochen und ihn und Laura zu ihrem Sieg beglückwünscht. Wir sprachen über die Gefahr der Spaltung in unserem Land und die dringende Notwendigkeit zusammenzurücken. Ich hoffe, wir können mit dem Versöhnen jetzt beginnen.

In Amerika ist es selbstverständlich, dass jede Stimme zählt und jede Stimme gezählt wird. Aber das Ergebnis sollte vom Wähler entschieden werden, nicht durch ein langwieriges juristisches Verfahren. Ich würde diesen Kampf nicht aufgeben, wenn es Gewinnchancen gäbe. Aber jetzt ist klar, dass selbst wenn alle Stimmen ausgezählt werden – was passieren wird – nicht genügend Spielraum ist, um Ohio für uns zu gewinnen.

…Wenn wir uns selbst vertrauen, werden wir es eines Tages schaffen, den Wechsel herbeizuführen. Ich verspreche Euch, dass diese Zeit kommen wird. Diese Zeit wird kommen, an dem Eure Arbeit und Eure Wählerstimmen die Welt verändern werden. Und das ist es wert, dafür zu kämpfen.

…Wir haben hart gearbeitet und ich wünschte, das Ergebnis wäre etwas anders als es ist. Aber bei amerikanischen Wahlen gibt es keinen Verlierer. Am nächsten Morgen wachen wir alle als Amerikaner auf. …

Mit diesem Gut haben wir auch Verpflichtungen. Wir sind aufgerufen, zum Wohle unseres Landes zusammenzuarbeiten. Wir müssen in diesen Tagen eine gemeinsame Basis finden, uns gemeinsam anstrengen, ohne Gewissensbisse, ohne gegenseitige Beschuldigungen, ohne Wut und Hass. Amerika braucht Einigkeit…

Ich hoffe, Präsident Bush wird alle diese Werte in den nächsten Jahren unterstützen.“ Ich werde meinen Teil dazu tun und ich ermutige meine Anhänger dazu. Amerika ist nicht nur groß, es ist gut.

GEORGE W. BUSH,

„Senator Kerry hat mir gratuliert. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch, er war sehr freundlich. Er hat einen engagierten Wahlkampf geführt und seine Anhänger können stolz auf ihre Bemühungen sein. Amerika hat gesprochen, und ich bin tief geehrt angesichts des Vertrauens und der Zuversicht meiner Landsleute. Mit dem Vertrauen kommt die Verpflichtung, allen Amerikanern zu dienen, und ich werde mein Bestes tun, diese Aufgabe jeden Tag zu erfüllen. In vier historischen Jahren hat sich Amerika große Ziele gesetzt und sich ihnen mit Stärke und Mut gestellt. Unser Volk hat die Wirtschaftskraft wiederhergestellt und Entschlossenheit und Ausdauer in einem neuartigen Krieg gezeigt. Unsere Streitkräfte haben Gerechtigkeit zu unseren Feinden und Ehre nach Amerika gebracht.

Unser Land hat sich selbst verteidigt und der Freiheit der ganzen Menschheit gedient. Ich bin stolz, dass ich ein solch großartiges Land führen durfte und weiter führen darf. Weil wir hart gearbeitet haben, stehen wir vor einer Zeit der Hoffnung. Wir werden unseren wirtschaftlichen Aufschwung fortsetzen. Wir werden unser Steuersystem reformieren. Und wir werden unser Sozialsystem für die nächste Generation ausbauen. Wir werden den entstehenden Demokratien im Irak und in Afghanistan helfen, so dass sie wachsen und ihre Freiheit verteidigen können. Und dann werden unsere Soldaten heimkehren, und wir werden sie gebührend ehren. Mit guten Verbündeten werden wir den Kampf gegen den Terror mit allen Anstrengungen führen, damit unsere Kinder in Freiheit und Frieden leben können.

Ich will zu denen sprechen, die meinen Gegenkandidaten gewählt haben. Um dieses Land besser und stärker zu machen, brauche ich Ihre Unterstützung. Ich will alles tun, um Ihr Vertrauen zu verdienen. Wir haben ein Land, eine Verfassung und eine Zukunft, die uns verpflichtet. Und wenn wir zusammenarbeiten, gibt es für die Größe Amerikas keine Grenzen.“ dpa

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