Zeitung Heute : Einkaufen mit Köpfchen

Ohne großen Aufwand trägt man beim Gang in den Supermarkt ein klein wenig zum Umweltschutz bei

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Gemüse aus der Region kaufen, auf Plastikflaschen verzichten und die aussagekräftigen Prüfsiegel kennen: Wie ressourcenbewusstes Shoppen aussehen kann – und wie nicht – verrät unsere Autorin Lena Hach in ihrer In- und Out-Liste.

HINKOMMEN

Den Trip zum Supermarkt unter dem Fitness-Aspekt sehen, also öfter mal das Rad nehmen oder zu Fuß gehen. Wenn es, etwa wegen schwerer Getränkekisten, doch das Auto sein soll, mehrere Einkäufe zusammenlegen.

Sich schon für Kurzstrecken ins Auto setzen. Denn bekanntlich zieht der Motor gleich nach dem Start besonders viel Benzin. Erst nach vier Kilometern ist der Durchschnittsverbrauch erreicht.

MINERALWASSER

Mineralwasser aus der Region kaufen, wegen des geringen Transportaufwands. Oder gleich Leitungswasser trinken, da braucht man sich keine Sorgen wegen der Verpackung zu machen.

Aus Erdöl hergestellte Pet-Flaschen kaufen, die deutlich weniger oft nachgefüllt werden als Mehrwegflaschen aus Glas. Außerdem stehen die Kunststoffflaschen im Verdacht, das Wasser durch Weichmacher zu belasten.

KAFFEE

Produkte aus fairem Handel kaufen und damit das Mindesteinkommen der Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika sichern. Und: Ergiebigen Kaffee aus Langzeitröstung wählen.

Zu Kaffee greifen, der zulasten der Kleinbauern zu Billigpreisen angekauft wurde. Genauso out: Überverpackte Produkte kaufen, die für unnötigen Plastikmüll sorgen.

GEMÜSE

Saisonales Gemüse aus der Region kaufen. Schmeckt besser und hat eine deutlich bessere CO2-Bilanz.

Jene Schilder an der Gemüsetheke überlesen, die über Herkunft und Transportwege informieren. Denn nur wer weiß, was Flugware ist, kann sich bewusst dagegen entscheiden.

FLEISCH

Zugreifen bei Bioprodukten, auch wenn sie fast doppelt so teuer sind. So reduziert man seinen klima-unfreundlichen Fleischkonsum ganz automatisch – und unterstützt zudem artgerechte Tierhaltung.

Zu viel davon. Denn allein die Haltung von Rindern trägt – wenn man zum Beispiel die Waldrodung für Weidefläche mit berechnet – beinahe so viel zum Treibhauseffekt bei wie der Autoverkehr.

KÄSE

Die Lieblingssorten auf dem Wochenmarkt oder an der Frischetheke im Supermarkt auswählen. Denn hier lässt sich nicht nur die Qualität besser erkennen, sondern auch unnötiges Verpackungsmaterial sparen.

Mehr kaufen, als gegessen wird. Passiert öfter, als man denkt, vor allem, wenn Sonderangebote locken. Gilt natürlich auch für andere Lebensmittel.

KOSMETIK

Naturprodukte wählen. Das BDIH- Prüfzeichen „Kontrollierte Naturkosmetik“ etwa garantiert, dass bei der Entwicklung keine Tierversuche stattgefunden haben. Und es steht für den Verzicht auf synthetische Wirkstoffe.

Nach Tiegelchen und Probetübchen im Miniaturformat greifen – unnötiger Verpackungsmüll.

REINIGUNGSMITTEL

Umsteigen auf ökologische Reiniger, deren Leistungsstärke oft unterschätzt wird. Senkt die Belastungen des Grundwassers und schont die Haut.

Zu großzügig dosieren. Oft reichen einige Tropfen für mehrere Liter. Genauso out: Produkte mit künstlichen Geruchsstoffen. Sie reinigen nicht besser, können aber Allergien auslösen.

PAPIER

Echte Recyclingprodukte kaufen, wie sie das Siegel „Blauer Engel“ kennzeichnet.

Immer noch dem Irrtum aufsitzen, Recyclingpapier sei weniger schick. Es muss nicht grau sein – und ist durchaus alterungsbeständig.

TRANSPORT

Tüten mitbringen. Ein Stoffbeutel für Spontaneinkäufe passt in jede Aktentasche.

Sich an der Kasse jedes Mal neu mit Plastiktüten eindecken, deren Herstellung viel Energie verbraucht.

PRÜFSIEGEL

Die guten kennen. So gibt es ab Juli ein Zeichen für biologische Produkte aus Europa, deren Zutaten zu 95 Prozent aus Ökoanbau stammen.

Auf Sprüche ohne Aussage reinfallen, etwa „gegen Tierversuche“. Klingt gut, gibt aber keine Garantie.

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