Zeitung Heute : Einkehr am Mauerradweg

Gern deftig: In der Hubertus-Klause kommt vorzugsweise Wild auf den Tisch

Hella Kaiser

Gleich hinter der Invalidensiedlung endete einst West-Berlin. Wie die Grenze im nördlichen Zipfel von Frohnau verlief, kann man auf dem Mauerradweg erkunden – und dann absteigen und einkehren in der Hubertus-Klause. Wer deftige deutsche Küche mag, ist hier richtig: Wildsuppe mit Pilzen, Spanferkel, Rehrücken oder Zander. Und für 15 Euro gibt’s ein Sonntagsbrunch, bei dem man garantiert kein Abendbrot mehr braucht.

Auf der lauschigen Terrasse schmecken Kaffee und Kuchen gut. Am Sonntagnachmittag treffen sich ältere Herrschaften zum Tanztee. Die Hammondorgel dürfte allerdings nicht jedermanns Sache sein.

Der Chef, Peter Klaus Reincke, will seine Stammgäste nicht verprellen und doch Neues probieren. Candlelight-Dinner zum Beispiel. Das wird in der Kaminstube, bestückt mit nur vier fein gedeckten Vierertischen, serviert. Ein Fünf-Gang-Menü für zwei Personen gibt es für 99 Euro, inklusive Abhol- und Bringservice. Da muss man schon viel Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, dass die Hubertus-Klause in der 1938 erbauten Invalidensiedlung als Kantine diente. Von außen aber sieht der Backsteinbau noch exakt so aus wie einst. Und die Glocke auf dem Dach läutet jede halbe Stunde.

— Invalidensiedlung 46, Tel.: 401 17 46; Mittwoch bis Samstag 12-20, Sonntag 11-19 Uhr

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