Zeitung Heute : Einstellungs- bedingungen

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BUNDESWEHR

Bei 1,55 Meter geht es los. Wer 1,54 Meter groß ist, ob Mann oder Frau, wird bei der Bundeswehr zu gar nichts zugelassen. Mindestens 1,60 Meter muss man für den Seemännischen Dienst messen und für den Sanitätsdienst.

Panzerfahrer dagegen dürfen groß sein. Die Höchstgrenze liegt bei 1,93 Meter, aber: Man muss den Fahrer, der vorne halb liegend seinen Sitz verstellen kann, vom hinten kauernden Ladeschützen unterscheiden. Ein guter Ladeschütze misst meist nur 1,60 Meter bis 1,75 Meter.

Kampfpiloten dürfen für das Cockpit nicht größer als 1,96 Meter sein, und nicht kleiner als 1,62 Meter. Die Sitzhöhe darf 1,01 Meter nicht übersteigen und kein Oberschenkel darf länger als 67,4 Zentimer sein.

Dann ist da noch das Wachbataillon. Das Wachbataillon ist die männliche Entsprechung der Revuegirl-Reihe, es soll repräsentieren und dabei gut aussehen. Hier gilt: keine Bärte, keine Brillen, keine Frauen. Nicht kleiner als 1,80 Meter, nicht größer als 1,90 Meter.

1.85 m

REVUE

Je länger, je lieber: Groß muss man sein, die Beine lang, um als Revue-Girl in vorderster Reihe bestehen zu können. Beim Friedrichstadtpalast, der eine legendäre 32er-Reihe aufzubieten hat – nur die Radio City Music Hall in New York hat mehr – ist man aber stolz darauf, dass die Maße der Tänzerinnen nicht das alleinige Kriterium sind: „Anders als im Moulin Rouge oder im Lido, wo viele Nummern oben ohne aufgeführt werden, müssen unsere Mädchen vor allem tanzen können“, sagt der Sprecher des Hauses: und zwar klassisch, modern und Step. „Wir haben hier Tänzerinnen von 1,68 bis 1,85 Meter“. Aber sehen die in der Reihe nicht alle gleich aus? „Das ist eine optische Täuschung“, meldet das Haus, „die Größte steht in der Mitte, nach außen hin werden die Tänzerinnen immer kleiner.“

1.70 m

RENNBAHN

Der ideale Jockey ist klein, nur Steigbügel und Erwartungen hängen hoch. Doch in den letzten Jahren sind selbst die Profireiter größer geworden, sagt Petra Suerland von der deutschen Jockeyschule in Köln. Vor Jahren maßen sie durchschnittlich 1,60 bis 1,65 Meter. Heute sind sie etwa zehn Zentimeter größer, also etwa 1,70 . Das wahre Kriterium für den Erfolg ist allerdings das Gewicht. 19-Jährige, die 55 Kilo wiegen, haben es schwer. Von 20 neuen Auszubildenden im Jahr sind 18 Frauen. Die schaffen es allerdings selten, für große Ställe und Trainer zu reiten. Zu wenig Kraft. Ob die da ist, sieht man ganz schnell bei Übungen auf dem elektrischen Pferd.

1.60 m

LUFTFAHRT

1,60 Meter und „ein angemessenes Körpergewicht“ – damit kann man Stewardess bei der Lufthansa werden. Eine Maximalgröße gibt es nicht mehr, aber in jedem Fall wird in der Kabine mehr „auf die Optik“ geachtet, als im Cockpit. Das sei aber eher eine Frage der Proportion, als der Länge. Bei der Lufthansa gibt es eine Pilotin, die misst 1,95 Meter. Als Stewardess hätte sie vermutlich keine Chance. Und: Schummeln gilt nicht. Alle Bewerber werden nachgemessen.ded

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