Zeitung Heute : Eintracht bekundet

Angesichts wachsender Konkurrenz haben sich die Computerkonzerne Microsoft und Intel entschlossen gezeigt, auch künftig die Entwicklung im High-Tech-Bereich maßgeblich zu bestimmen. Die Vorsitzenden der beiden Marktführer für PC-Software und PC-Prozessoren, Bill Gates und Craig Barrett, betonten auf einer Fachkonferenz in Burlingame in Kalifornien, daß sie ihre führende Stellung verteidigen wollten. "Die Intel-Architektur und die Windows-basierten PC sind erste Wahl, sie sind die bevorzugten Plattformen für die PC-Industrie", sagte Barrett. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde es eine Milliarde vernetzte Computer auf der Welt geben, von denen die meisten mit Intel-Chips und Software von Microsoft liefen. So ganz ungetrübt ist das Verhältnis der beiden Konzerne aber nicht. Microsoft sieht sich seiner einiger Zeit mit wachsender Konkurrenz von seiten des freien Betriebssystems Linux konfrontiert, das sich vor allem bei Firmenkunden wachsender Beliebtheit erfreut und das auch von Intel finanziell und technisch unterstützt wird. "Das ist so wie die amerikanisch-französischen Beziehungen", sagte der Analyst Drew Peck von SG Cowen Securities in Boston. "Sie wollen sich öffentlich als große Freunde darstellen, obwohl die Kluft immer tiefer wird."

"Sie wiederholen nicht nur, was sie früher schon gesagt haben", betont Michael Erbschloe vom Institut Computer Economics in Carlsbad. Die Ankündigung solle Konsumenten und Analysten davon überzeugen, daß beide weiter stark und entschlossen seien. Sowohl Microsoft als auch Intel haben derzeit Probleme, ihre Produkte entsprechend den Planungen auf den Markt zu bringen. Die Auslieferung von Intels 64-Bit-Chip wird für das Jahr 2000 erwartet, Microsoft will sein Betriebssystem Windows 2000 bis Ende dieses Jahres ausliefern.

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