Zeitung Heute : Eislaternen und Lichtertüten

Weihnachtsdekoration kann mit den richtigen Handgriffen in tollen Hausschmuck umgewandelt werden.

Janne Terfrüchte
Wärmt das Herz. Eine schöne Dekoration an dunklen Wintertagen: Kerzen in Gläsern, die ein Kleid aus Butterbrottüten bekommen haben. Foto: dpa
Wärmt das Herz. Eine schöne Dekoration an dunklen Wintertagen: Kerzen in Gläsern, die ein Kleid aus Butterbrottüten bekommen...Foto: dpa-tmn

Die Weihnachtsdekoration kommt bald nach den Feiertagen weg – und dann können der Hauseingang, die Terrasse und die Gartenwege ganz schön kahl sein, bis der Frühling wieder Blütenschmuck bringt. Dabei sind die kalten Januar- und Februartage wie geschaffen für ungewöhnliche Dekorationen mit Schnee, Eis und Raureif.

„Manchmal reichen ein paar Äste mit Tannengrün in den Balkonkisten und ein paar Kerzen auf einem Tablett, die man vom Wohnzimmer aus sehen kann“, rät Ute Rather, Autorin von Dekorationsbüchern aus Hamburg. Damit sich die Mühe auch lohnt, dekoriert man am besten dort, wo man oft hinschaut.

Das ist etwa der Weg zum Haus, wo die Bewohner jeden Tag mehrfach, aber auch Gäste entlanggehen. „Das ist eine nette Geste für den Besuch“, findet Manfred Hoffmann vom Fachverband Deutscher Floristen (FDF) in Gelsenkirchen. Hier können Zweige in den Boden gesteckt und oben an der Spitze mit einer Kugel verziert werden. Alternativ kommen die Zweige laut Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg auch mit einem roten Band umwickelt gut zur Geltung – besonders im Schnee.

Zusätzlich könnten noch Girlanden aus Tannenzweigen oder Lichterketten von Stab zu Stab entlang des Weges gespannt werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass Lichter an den dunkelsten Tagen im Jahr den größten Dekorationseffekt erzielen. Ute Rather rät, ausgefallene Eislaternen selbst zu machen. Das gelinge auch eher unerfahrenen Bastlern. Zwei Joghurtbecher in verschiedenen Größen werden ineinandergestapelt. In den Zwischenraum gießt man Wasser und gibt Blätter oder Beeren mit hinein. Das lässt man – je nach Außentemperatur draußen oder im Gefrierschrank – zu Eis werden. Dann werden die Becher von der Eismasse gelöst – notfalls muss sie dafür etwas angetaut werden. „Setzt man jetzt ein Teelicht in die Eisform, ist das sehr eindrucksvoll“, sagt Rather. Wer es einfacher haben will, kann Formen für die Eislaternen auch kaufen.

Gängige Alternativen sind Kerzen, die in Gläser gestellt werden. Diese können auch noch ein Kleid aus einer Butterbrottüte bekommen, in die das Glas gestellt wird, rät Katharina Semling. Die Tüten könnten auch mit buntem Papier beklebt, mit Farbe gestempelt oder bemalt werden. „Wenn man sie rechts und links am Treppenaufgang aufstellt, kann man zum Beispiel auf jede Tüte ein Wort schreiben, so dass alle zusammen einen Satz ergeben“, sagt Semling. Ganz auf Grün verzichten muss der Gartenliebhaber auch im Winter nicht. Wie schon in der Adventszeit sorgen Tannengrün, Lebensbaum und Mistelzweige auch die ganze kalte Jahreszeit über für Farbe am Haus.

Wer es schlicht mag, sollte seine Gäste mit einem einfachen Mistelzweig willkommen heißen, den man über den Zaun des Vorgartens hängen kann, schlägt Rather vor. Auch selbst gebundene oder gekaufte Kränze und Girlanden finden hier oder an der Haustür Platz. Hoffmann hat noch eine Idee für den Türkranz: Ein Weidenstab wird wie eine Angel aufgehängt und gebastelte Anhänger oder Tannenzapfen an Bändern werden daran befestigt.

Auch viele andere Nischen um das Haus herum bieten sich für Dekorationen an, die Gäste zum Streifzug durch den Garten animieren: Auf der in diesen Tagen unbevölkerten Terrasse, am Balkon oder am Hauseingang können Töpfe in verschiedenen Größen mit winterharten, immergrünen Pflanzen stehen. Tannenzapfen decken dekorativ die Erde ab und schützen gleichzeitig das Grün. Mit Flechten bedeckte oder beerenreiche Äste dienen in den Arrangements zudem als Dekoration. Auch die Gartenstühle oder Dekotische aus Metall müssen nicht weggeräumt werden: Darauf können Gestecke mit glitzernden Kugeln oder Kerzen arrangiert werden. Und in leeren Vogeltränken finden rote Äpfel Platz – diese sehen gut aus und dienen Vögeln als Nahrung. Schließlich seien es gerade solche kleinen Elemente, die im kargen, grau- braunen oder romantisch weiß verschneiten Garten auffallen, findet Wohnexpertin Katharina Semling: „Wenn es schon um halb fünf dunkel ist, ist ein Lichtlein einfach schön.“

Wenn Schnee und Eis den Garten einnehmen, der Frost sich dekorativ an Ästen und Gräsern festsetzt, müssen Dekorationselemente farbig sein, um aufzufallen. Werden mehrere Dekorationen auf engem Raum platziert, wählt der Bastler aber am besten diese in nur einer Farbe aus, rät Wohnexpertin Katharina Semling. „Winterdeko kann ja ruhig mal ein bisschen kitschig sein. Bleibt man bei einer Farbe, wirkt der Schmuck dennoch nicht billig“, sagt sie.

Für viele, vor allem in Ostdeutschland, ist die Adventszeit ohne den schlichten Stern aus dem ostsächsischen Herrnhut mit seinen markanten, langen Zacken kaum vorstellbar. Der Stern sorgt mit seinem warmen Licht für Besinnlichkeit und steht für die Geburt Jesu. dpa/epd

Ute Rather: Winterzauber. Traumhafte Ideen für den Garten. BusseSeewald. 12,95 Euro, ISBN 978-3-7724-7301-2

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben