Zeitung Heute : Elefanten verdauen besser

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TIERWELT

Elefanten nehmen mühsame Wanderungen in Kauf, um sich selbst zu kurieren. Im westlichen Kenia besuchen sie Höhlen, wenn sie anderenorts Lehm und Salze nicht finden können. Das Gestein am erloschenen Vulkan Mount Elgon ist von den Elefanten-Stoßzähnen durchpflügt, weil die Tiere dort nach dem begehrten Natriumsulfat graben.

Lange glaubte man, die Tiere deckten so ihren Bedarf an wichtigen, ihrer Nahrung sonst fehlenden Mineralien. Inzwischen vermuten Forscher aber, dass die Tiere dank dieser Erdfresserei giftige Substanzen neutralisieren, mit denen sich viele der von ihnen bevorzugten Pflanzen zu schützen versuchen. Den Elefanten dient Natriumsulfat als Abführmittel, das ihnen hilft, die Futtermengen zu verdauen. Von Hausrindern ist ja bekannt, dass sich bei Futterbeimengungen von Ton die Nährstoffaufnahme aus pflanzlicher Nahrung um bis zu 20 Prozent steigern lässt. Und auch Menschenaffen, die unter Verdauungsproblemen leiden, holen sich Lehm aus Termitenhügeln. Berggorillas in Ruanda bevorzugen einen Lehmtyp, der dem Kaolinite ähnlich ist - einem Wirkstoff, der in patentierten Medikamenten enthalten ist, die bei Verdauungsproblemen in Apotheken verkauft werden.

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