Zeitung Heute : Elegant und entspannt

Knapp 3000 Gäste vergnügten sich in festlich familiärer Atmosphäre beim Festball der Berliner Wirtschaft

So viel Fröhlichkeit verbreiten Balldekorationen selten. Rund 15 000 bunte Tulpen hatte Holland, in diesem Jahr Partner des VBKI-Festballs, ins Interconti-Hotel geschickt. „In harter Zeit hilft Fröhlichkeit“ hatte VBKI-Präsident Klaus von der Heyde in seiner Begrüßungsansprache zum 59. Festball als Parole ausgegeben, bevor er mit Sarah van Wulfften Palthe, der Frau des niederländischen Botschafters, den ersten Walzer tanzte. Seine Frau Ingrid trug zu Ehren des Nachbarlandes an ihrem schwarzen Kleid zwei orangefarbene Rosen.

Bis in den frühen Morgen amüsierten sich fast 3000 Gäste, so viele wie nie zuvor. „Das ist einfach angenehm, ein unprätentiöser Ball“, schwärmte Abgeordnetenhaus-Präsident Walter Momper. FU-Präsident Dieter Lenzen fühlte sich wohl, „weil hier ein Zusammengehörigkeitsgefühl spürbar ist von Menschen, die Verantwortung tragen. Hier kann man sich ganz entspannt unterhalten.“ Und Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm konstatierte knapp: „Hier geht es nicht so aufgeregt zu, wie bei anderen Bällen“. Die langjährige Justizsenatorin Lore-Maria Peschel-Gutzeit lobte, wie auch Herz-Professor Roland Hetzer, die gute Atmosphäre und die perfekte Organisation. „Es ist einfach der schönste Ball.“ Viele elegante, auch kostbare Roben waren zu sehen. Während es den Damen offensichtlich Spaß machte, sich auch ein bisschen aneinander zu messen, was Geschmack und Schönheit betrifft, stand für allzu bequeme Herren wieder ein Smokingverleih bereit. Die Photographinnen Nicole und Daniela Urbschat fühlten sich trotzdem „wie auf einer privaten Party, weil wir fast jeden kennen.“ Botschafter a.D. Bernhard von der Planitz plauderte mit dem US-Gesandten John Koenig und dem australischen Botschafter Ian Kemish. Und der langjährige ADAC-Vorsitzende Wolf Wegener, erinnerte sich, wie er 1951 beim VBKI-Ball debütiert hat. Für ihn war das immer ein „charmanter Ball mit Anspruch“.

Während im Saal das Menü serviert wurde, ließen sich die Flaneure holländische Zeeland-Austern und indonesische Rijstafel schmecken. Und da die Berliner Wirtschaft zuversichtlich in die Zukunft blickt, folgten die Blicke mancher Damen aufmerksam den Models des niederländischen Star-Designers Stephan Badal. Als am Morgen die Musik verhallte, begann schon die Vorfreude auf den Jubiläumsball im nächsten Jahr.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!