Zeitung Heute : Elektronischer Zettelkasten

Die Digitale Bibliothek bietet Informationen auf einen Blick

Anja Herwig

Auf Zettelwirtschaft und langes Suchen im Internet können Nutzer der HU-Universitätsbibliothek zukünftig verzichten, wenn sie nach Informationen zu ihrem Fachgebiet suchen. Seit Februar brauchen sie nur noch auf ein einziges Internet-Portal zu gehen, auf dem sie schnell alle gewünschten Informationen finden: Mit der Digitalen Bibliothek wollen die Mitarbeiter ihren Bibliotheksnutzern das Leben leichter machen.

Das Prinzip der Digitalen Bibliothek ist denkbar einfach. Mit einem Klick soll der Ratsuchende alle wichtigen Informationen zu seiner Anfrage aus allen Ressourcen erhalten, die digital an der HU verfügbar sind. Dazu geht der Nutzer auf die Webseite der Digitalen Bibliothek und gibt dort in der Suchmaske seinen Wunsch ein: Informationen zu Goethes ‚Leiden des jungen Werther’ beispielsweise. Die digitale Bibliothek durchsucht nun alle verfügbaren Bibliothekskataloge, Datenbanken, CD-Roms und Linklisten und spuckt aus, was sie dort zu Werthers Leiden gefunden hat. Fundstellen in Katalogen erscheinen direkt auf dem Bildschirm, zu CD-Roms und Linklisten gibt es Hinweise, wo der Nutzer genau zu suchen hat.

Somit entfällt das lästige Aufrufen immer neuer Webseiten – bisher muss der Nutzer Kataloge, CD-Roms und Linklisten meistens separat durchsuchen. Die Suche dauert also wesentlich kürzer und wird dennoch um vieles effizienter. Zu jedem einzelnen Eintrag erscheint zusätzlich eine Informationsseite, so dass die Digitale Bibliothek auch als kommentierte Linksammlung genutzt werden kann.

Studenten und Wissenschaftler, die sich auf dem Internet-Portal mit einer Nutzernummer anmelden, erwarten zusätzliche personalisierte Dienste. Ein Lehramtsstudent mit den Fächern Deutsch und Geschichte stellt sich seine ganz persönliche Liste mit historischen und germanistischen Datenbanken zusammen. Bei seiner Suche ignoriert der Computer dann beispielsweise gleich biochemische Linklisten – auf denen stehen schließlich erfahrungsgemäß wenige nützliche Informationen zu Goethe oder den alten Römern. Ruft der Lehramtsstudent das nächste Mal die Digitale Bibliothek mit seiner persönlichen Nutzernummer auf, hat das System sich seine Wunschliste gemerkt: Automatisch sucht das digitale System in den für ihn relevanten Quellen. Wer regelmäßig über Neuerscheinungen informiert werden möchte, richtet seinen Account mit einer Alert-Funktion ein: Die digitale Bibliothek durchsucht dann in regelmäßigen Abständen alle wichtigen Datenbanken und schickt eine E-Mail mit allen Neuigkeiten an den Nutzer.

Signaturnummern oder interessante Links brauchen sich Nutzer künftig auch nicht mehr zu notieren: Haben sie einen Buchtitel einmal gefunden, können sie die Daten in einem elektronischen Ordner speichern. „E-Shelf“ heißt dieser elektronische Zettelkasten. Und da das E-Shelf wie die Digitale Bibliothek auf der ganzen Welt abrufbar ist, braucht man keine Angst mehr zu haben, dass der eigene PC irgendwann kaputt geht und wichtige Daten für immer verschwinden.

Da sich die Universitätsbibliothek als Dienstleister versteht, verbindet sie die Ergebnisse der Suche mit passenden weiterführenden Angeboten. Stößt ein Wissenschaftler auf einen interessanten Artikel in einer elektronischen Zeitschrift, auf die die Humboldt-Universität zurückgreifen kann, zeigt die Digitale Bibliothek einen Link auf den Text an. Geht das nicht, wird dem Nutzer angeboten, den Abstract zu lesen, den Artikel über Fernleihe zu bestellen oder kostenpflichtig den gesamten Artikel herunterzuladen.

Bisher sucht die Digitale Bibliothek parallel in bis zu 20 Ressourcen. Schon in diesem Semester sollen weitere Informationsquellen dazukommen – ganz zum Wohle der Nutzer natürlich.

Die Digitale Bibliothek im Internet:

http://digibib.ub.hu-berlin.de

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