Zeitung Heute : Elendsprostitution: Über die Grenze

Silke Becker

Es sieht nicht gut aus für die vier Monate alte Vanessa*. In einem seiner Wutanfälle hielt der Mann das Baby schon aus dem Fenster. Aus dem vierten Stock. Mit seinen kräftigen Armen packte er sie hinten am Strampelanzug und ließ sie frei in der Luft schweben. Er hätte die sechs Kilo jeden Moment fallen lassen können. Aber dann zog er den Arm zurück.

Man mag gar nicht zu Ende denken, warum den Mann die Vernunft ereilte. Vielleicht begriff er in diesem Augenblick, dass er dabei war, einen Mord zu begehen. Vielleicht war es aber auch nur Kalkül. Denn hier in Cheb, wo diese Geschichte spielt, sind Säuglinge auch ein Kapital. Es könnte sein, dass er Vanessa, das Kind seiner Stieftochter, nur am Leben ließ, damit sie bald zum Familieneinkommen beiträgt. So wie schon ihre Mutter, die selbst noch ein Kind ist. So wie die Brüder und wohl noch andere Familienmitglieder, die alle der Prostitution nachgehen. Denn im tschechischen Cheb, zu Deutsch Eger, werden Babys wie Vanessa zur Prostitution angeboten. Es sind Mütter, Väter oder andere Verwandte, die die Kinder am Straßenrand in die Fensteröffnungen von Wagen halten. Die Stadt, 20 Minuten von der sächsischen und bayerischen Grenze entfernt, ist bekannt unter Pädosexuellen. Was in den Autos mit den Kindern geschieht, kann man nur erahnen. "Eines ist klar", sagt Cathrin Schauer von dem grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Streetworkerprojekt Karo, "die Babys sind danach verletzt."

Die Mutter der kleinen Vanessa kann ihre Tochter nicht beschützen. Sie steht selbst auf der Straße. Jitka ist 15 oder 16 Jahre alt, mal sagt sie das eine, mal das andere, je nachdem, wie viel Pervitin sie sich gerade gespritzt hat, ein Amphetamin-Derivat, das hier viele Jugendliche nehmen. Jitka bekam es gar nicht mit, dass sie schwanger war. Erst als der Bauch immer unübersehbarer wurde, dämmerte ihr das wachsende Problem. Bis die Wehen begannen, stand sie mit ihrem dicken Bauch auf der Straße. Ihre Eltern hatten die Sache mit der Schule nicht so genau genommen. Jitka ist nicht viele Jahre dort gewesen, es hapert beim Lesen und Schreiben. Dafür spricht sie sehr gut Deutsch. Sie hat es von den deutschen Männern gelernt, zu denen sie jeden Tag Kontakt hat. Ihr Deutsch ist besser als das vieler anderer Kinder, die nur die wenigen Begriffe für das tägliche Geschäft beherrschen.

"Es ist die reine Elendsprostitution in Cheb", sagt Cathrin Schauer. Eigentlich ist es nichts Neues. Seit Jahren gibt es diese Berichte vom Grenzstreifen. Deutsche Männer fahren tanken oder einen Kasten Bier kaufen und nutzen nebenbei das Angebot der Straße. Denn es ist billig auf der anderen Seite der Wohlstandsgrenze. In Cheb steigen die Frauen für zehn oder 20 Mark ein. Aber seit einigen Jahren sind es nicht mehr nur junge Frauen und Männer, die sich anbieten. Es stehen dort: zehn-, acht-, fünf-, vierjährige Kinder. Viele kommen aus Familien, in denen schon die Mütter nichts anderes gelernt haben. Sie wissen gar nicht, was ihnen geschieht. Sie wissen nur, da kommen die Deutschen, sie müssen etwas tun, und dafür gibt es Geld.

Und es sind jetzt Babys, die angeboten werden. "Es passiert nicht jeden Tag", sagt Cathrin Schauer von Karo, "aber man sieht es doch regelmäßig." Es sind Babys, winzig wie die vier Monate alte Vanessa, halbjährige, einjährige, die nicht alleine stehen oder laufen können. Es ist keine Prostitution, sondern Missbrauch.

Jitka steht auf der Straße, seit sie zehn oder elf ist, jedenfalls kennen die beiden Streetworkerinnen sie schon so lange. Sie muss damals noch zarter, noch schmaler gewesen sein, als sie es ohnehin ist. Sie ist so dünn und gebrechlich, dass man sich fragt, wie sie ein Kind bekommen konnte. Ihre helle Jeans hängt auf den Hüftknochen und schlägt Falten an den Beinen. Sie hat noch eine richtige Kinderfigur, ohne Po und Busen. Jitka ist ein hübsches junges Mädchen mit grünblauen Augen, langen Klimper-Wimpern und einem schüchternen Lächeln, bei dem sich kleine Grübchen an den Wangen bilden. Manchmal, wenn sie Ruhe hat, umarmt sie einen ganz plötzlich und lässt sofort wieder schreckhaft los, als hätte sie versehentlich ein heißes Bügeleisen berührt.

Sie will sowieso nicht so viel über ihre Situation nachdenken, das treibt ihr nur Tränen in die glasigen Augen. Außerdem muss sie endlich Geld verdienen. Die Hälfte gibt sie zu Hause ab. Sagt Jitka. Aber die beiden Streetworkerinnen glauben, dass ihr kein Pfennig bleibt, dass alles an die Mutter geht, und letztlich bekommt es der Stiefvater.

Fliehen, egal wie

Man muss nur mit offenen Augen durch Cheb gehen, um sich vorzustellen, wie viele Kinder ihr Geld mit Prostitution verdienen. Es sind kleine Kinder mit schmutzigen Gesichtern und löchrigen Pullovern, mit denen noch nie jemand bei einem Zahnarzt war. Die meisten haben mehrere Pullover übereinander gezogen. Sie tragen keine Jacken und ganz selten Strümpfe in den Turnschuhen. Ältere tschechische Damen schütteln den Kopf und schimpfen: "Dass die ja nicht die Touristen belästigen!" Denn davon lebt die Stadt, die deutschen Einkaufstouristen sind eine wichtige Einnahmequelle.

Die meisten der Kinder stammen aus Roma-Familien, die hier zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die etwas Älteren sagen stolz: "Nein, wir sind keine Tschechen. Wir sind Zigeuner!", in einem Ton, der keine Widerworte duldet. Es sind pubertierende Mädchen darunter, wie Marianna und Al¬zbêta, die beide 14 Jahre alt sind und abends auf dem Parkplatz stehen und bei vielen vorbeifahrenden Wagen die Namen der Fahrer kennen. Stammkunden. Die beiden stehen oft auf dem großen Parkplatz am Eingang der Stadt und erzählen, dass die Deutschen nach immer Jüngeren fragen. "Sie wollen welche, die noch keine Haare haben", sagt Al¬zbêta. Viele Männer glauben, dass sie sich bei den Kleinen keine Krankheiten einfangen. Aber der deutsche Vater von Vanessa hat sich bei Jitka wahrscheinlich eine Hepatitis C geholt, eine extrem ansteckende Viruskrankheit.

Unter den Prostituierten sind auch Kinder wie der elfjährige Honza, der sich dauernd mit einer Hand über den Hinterkopf fährt, weil er sich heute von seinem Verdienst einen Frisörbesuch geleistet hat. Er raucht Kette, wie viele Kinder hier. Die beiden Streetworkerinnen kennen den Jungen seit Jahren. Honza spricht kaum ein Wort Deutsch, aber er versteht viel. Wenn man ihn fragt, was die Deutschen wollen, sagt er fast akzentfrei: "Ficken, Wichsen, Blasen, Anal, Lieben". Dann grinst er, als hätte er gerade eine Partie Mensch-Ärger-Dich-Nicht gewonnen. Später im Restaurant, wo er seine Nudeln verschlingt, malt er mit einem Stift männliche Geschlechtsteile auf die Serviette.

Bonbons von den Deutschen

Hier raucht Honza nicht. Die Kellnerin beäugt ihn sowieso schon misstrauisch. Dafür wird er sich später die Tüte mit dem Klebstoff vor die Nase halten. 18 Kronen kostet eine Tube, gut eine Mark. Die Kleinen füllen ihn in die Plastiktüten und stülpen sie sich übers Gesicht. "Es sind die Fluchthelfer der Kinder", sagt Cathrin Schauer. Natürlich verurteilt sie die Drogen, aber sie weiß auch, dass sie sich "nur vollpumpen, um den Alltag zu ertragen". Schlimm wird es erst, wenn sie es strecken. Mit Waschmittel oder, wie es ein Mädchen vor kurzem machte, mit Schaumbad und Klebstoff. Wenn es beim Schnüffeln wirkt, dachte sie, klappt es auch beim Spritzen. Der Arm schwoll so an, dass er aufgeschnitten werden musste.

Tagsüber ist Cheb mit seinen 37 000 Einwohnern keine hässliche Stadt. Auf dem Markplatz sind die ersten alten Gebäude saniert und die Fassaden in bunten Farben gestrichen. Hier spazieren junge Tschechinnen mit dunkelblauen Jeans und umgekrempelten Hosenbeinen herum. An einem großen Kaufhaus leuchten Weihnachtssterne, und ein CD-Verkäufer hat den Regler seiner Anlage so weit aufgedreht, dass alle etwas davon haben. Familien laufen mit prall gefüllten Einkaufstüten über die Straßen.

Nur wenige Straßen vom Zentrum entfernt sieht es ganz anders aus. Hier gibt es keine sanierten Häuser, keine Läden, hier stehen die Frauen und Kinder. Abends wirkt die Stadt wie ausgestorben, nur selten brennen Lichter hinter den Fenstern. "Oft", scherzt Cathrin Schauer, "sind wir hier nur zu dritt unterwegs." Zu dritt, das heißt: die Huren, die Freier und die Streetworkerinnen. Cathrin Schauer wird von einer Kollegin begleitet, eine gebürtige Slowakin, die übersetzt.

Die Arbeit beginnt mittags um zwei oder drei Uhr, je nachdem, wie viele Anrufe tagsüber im Büro in Plauen in Sachsen eingehen. Draußen auf dem Parkplatz fliegen riesige Kleidersäcke in den blauen Passat, der sie nach Cheb bringt. Vor zwei Jahren haben sie den Wagen neu bekommen. Jetzt hat der Motor 100 000 Kilometer runter. Sobald sie die Stadtgrenze von Cheb überschritten haben, legen die beiden Frauen los: "Na, du Schweinefreier. Da, wieder einer! Siehst du ihn! Na, hast du sie flach gelegt, du Sau!" Schweinefreier, ein schlimmeres Wort fällt Cathrin Schauer nicht ein, sonst würde sie es benutzen. Sie spricht mit diesen unbekannten Männern, schickt giftige Blicke in die Wagen. Die Männer hören es nicht. Aber es hilft, den Frust loszuwerden. Denn in Wirklichkeit können sie nicht viel machen.

Drei, vier Tage jede Woche fahren sie mit ihrem blauen Wagen durch die Stadt. Sie verteilen Kondome, Gleitmittel, saubere Spritzen und bieten an, dass sie da sind, wenn es Probleme gibt. Die junge Jitka hat immer eine Telefonnummer von den beiden in der Hosentasche. Sie sagt, dass es in Cheb sonst niemanden gibt, der sich um sie kümmert. Die beiden Streetworkerinnen raten den Mädchen, aufeinander aufzupassen, sich die Gesichter der Männer einzuprägen und die Kennzeichen aufzuschreiben. Aber sie wissen genau: Wenn die Frauen Geld brauchen, ist aller Rat umsonst.

Stundenlang fahren sie im Schritttempo mit dem blauen Wagen durch die Stadt. Es sind immer die gleichen Wege. Morgens läuft das Geschäft am Zubringer Richtung Prag, nachmittags und abends in den Gassen um die Innenstadt herum. Einige Frauen deuten Brechgefühle an, wenn der Wagen um die Ecke biegt. "Es sind diejenigen, die Kinder vermitteln", sagt Schauer. Aber die meisten Frauen freuen sich. Jitka sehen sie oft in Hauseingängen stehen. Die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, weil der Wind um die Ecken fegt.

Sie verdient hier Geld, aber es ist auch eine Flucht von zu Hause. Dort teilt sich Jitka ein Zimmer mit ihren acht Geschwistern. Es gibt sechs Brüder und zwei Mädchen. Aber die sind gerade im Gefängnis und fallen der Haushaltskasse nicht zur Last. Der Rauch von Tausenden Zigaretten hat sich in die Wände und Gardinen gefressen. Das Zimmer ist nicht einmal neun Quadratmeter groß, und auf dem Boden liegen zwei dünne Schaumstoffmatratzen. Das eine Bett teilen sie sich zu dritt, das andere zu viert. Es gibt auch eine schwarze Schrankwand, in der ein paar bunte Rasseln für Vanessa liegen, aber sonst sind alle Fächer leer, genauso wie die Küchenschränke. Die Türen stehen offen, es ist kein Geschirr zu sehen. Es geht an den Abenden kaputt, wenn der Stiefvater spät aus der Kneipe kommt, und jeder schnell sehen muss, wo er bleibt. Er scheucht sie aus ihren Betten. Die kleine Küche wirkt, als würde sie nie benutzt. Nur an der Wand prangt eine lebensgroße nackte Blondine, zwischen die Beine haben sie einen Fleischklopfer genagelt. Die gleiche Nackte hängt auch im Wohnzimmer, wo die Mutter es mit vielen Lichterketten gemütlich gemacht hat.

Jitka sitzt jetzt auf einer dünnen Matratze, eng an die Wand gedrückt und hat einen Blick, als würde sie am liebsten von dieser Welt verschwinden. Sie beobachtet ihre Mutter, wie sie das Baby wickelt. Sie berührt das Kind nicht einmal, quetscht nur Salbe aus der Tube und verschmiert sie mit der Windel. Aber Vanessa gibt Wonnelaute von sich. Die beiden Streetworkerinnen ziehen Grimassen, wie man es eben bei Kindern tut, und bringen sie zum Lächeln. Das Baby ist schon mit Jitkas Drogensucht auf die Welt gekommen. Aber Cathrin Schauer, die gelernte Krankenschwester, findet, dass es dem Kind vergleichsweise gut geht. Als sie Vanessa das letzte Mal vor vier Wochen sah, zeigte das Baby kaum eine Reaktion. Später sorgt sich Schauer eher um den neunjährigen Jungen der Familie. Er hat an den Armen frische Schnittwunden, die er sich mit Glasscherben in die Haut geritzt hat. "Opfer von sexuellem Missbrauch neigen zu Selbstverletzungen", sagt Schauer. Der Junge spricht auch ziemlich gut Deutsch. Woher er das kann?

An die kleinen Kinder kommen die Streetworkerinnen oft nicht heran. Nur der sechsjährige Janko, der lange am Parkplatz stand, und seit Wochen spurlos verschwunden ist, erzählte immer bereitwillig. Dass er von den Deutschen Bonbons bekam und er sogar schon in Deutschland war.

Schauer vermutet, dass Kinder für Videoaufnahmen nach Deutschland geholt werden. Wenn sie Pässe haben oder sogar Mütter mit im Wagen sitzen, können Grenzbeamte so viel vermuten, wie sie wollen, machen können sie gar nichts. Es gibt auch Gerüchte über so genannte Snuff-Videos. Filme, bei denen Kinder vor laufender Kamera sexuell gequält oder umgebracht werden. Albert Bischeltsrieder vom Münchener LKA, der seit Jahren Sexualstraftäter im Internet verfolgt, sagt, "dass so etwas vorkommt, ist gar keine Frage". Wie viel Geld mit Videos gemacht wird, weiß niemand so genau. Die Pädosexuellenszene liebt das Tauschgeschäft. Die Transaktionen laufen im Internet, sind schnell und schwer zu verfolgen.

Tschechische Stellen wiegeln ab beim Thema Prostitution: alles nicht so schlimm. Sie möchten gerne in die EU und fühlen sich an die Wand gedrückt, seit Innenminister Otto Schily im Sommer gesagt hat, dass "ganze Busladungen" deutscher Sextouristen nach Cheb reisen. Nachdem die "Bild"-Zeitung von 6000 Kindern auf den Straßen sprach, konterte man, dass es ja nur 3500 Kinder in der Stadt gebe. Fünf minderjährige Prostituierte seien bei der Polizei registriert, sagt Polizeipräsident Jaroslav Kerbic, und die sind um die 14. Seit Mitte vergangenen Jahres gibt es ein Gesetz zur "Bekämpfung der Nationalen Prostitution". Aber seitdem ziehen sich die Frauen in die Häuser zurück. Die Streetworkerinnen kommen schlechter an sie heran. Manchmal stehen jetzt nachts Kinderwagen vor den Haustüren, oder es hängen Puppen in den Fenstern. Es sollen Zeichen für deutsche Männer sein, dass hier Kinderprostitution geboten wird.

Auf der deutschen Seite kann die Polizei nicht viel ausrichten. Ihre Zuständigkeit endet an der Grenze. Also setzt man auf Prävention. Im Sommer wurden im Auftrag des Bundesinnenministeriums Flugblätter an fünf Grenzübergängen verteilt: "Sexueller Missbrauch ist auch im Ausland strafbar". Das Ziel ist, die Menschen wachzurütteln, sie zu ermutigen, nicht wegzusehen, wenn sie etwas beobachten. Aber gemeldet hat sich noch niemand.

Es gibt auch eine neu gegründete Arbeitsgruppe der tschechischen und deutschen Polizei. Ludwig Härtl, Chef der Grenzpolizeiinspektion in Selb, hofft, dass man sich "im polizeilichen Vorfeld" Informationen zuschieben wird. Aber gefasst wurde noch kein Täter. Denn auch wenn man deutsche Männer beobachtet, wie sie mit Kindern sprechen, ist es kein Beweis. Sie sagen, sie hätten nur nach dem Weg gefragt. Alle fragen immer nur nach dem Weg.

Das wirkliche Problem besteht auf einer anderen Ebene. In Deutschland gilt Kinderprostitution als besonders ekelhaft. Sie wird streng verfolgt mit bis zu zehnjährigen Haftstrafen. In Tschechien ist das Thema tabu. Man will nicht so genau hinsehen. Es trifft ja auch sowieso nur die lauten Zigeuner.

Die junge Mutter Jitka gibt den Polizisten 500 Kronen die Nacht, 30 Mark, damit sie sie in Ruhe lassen. Polizeipräsident Kerbic bestreitet die Bestechlichkeit der Beamten nicht. Er sagt nur: "Wir hatten damit ein Problem, es ist gelöst."

Nachts um eins steigt Jitka kurz in den blauen Wagen der Helferinnen, um sich aufzuwärmen. Langsam wachsen ihr die Probleme über den Kopf, mit dem Stiefvater, der Mutter. Es fehlt Geld für Windeln oder Babynahrung. Die Streetworkerinnen könnten sie wegschaffen. Wohin, sagen sie nicht. Tschechische Heime wären eine ganz schlechte Idee. Viele Kinder büchsen aus und wollen dort nie wieder hin. Da bleiben sie lieber auf der Straße. Auch Jitka will nicht weg. So viele Probleme muss sie lösen. Dann sagt sie ganz leise, dass sie wohl wieder schwanger ist. Diesmal kennt sie ja das Gefühl im Bauch.

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