Zeitung Heute : Empört

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Schröder kritisiert „Bild“ wegen „RauswurfAktion“

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Telefonaktion der „Bild“-Zeitung zur Qualität des Bundeskabinetts in scharfer Form kritisiert. „Was in Deutschland politisch geschieht, bestimmen aus Wahlen hervorgegangene demokratische Mehrheiten und keine Boulevardzeitungen“, betonte Schröder am Dienstag auf einem SPD-Innovationskongress in Berlin. Die „Bild“-Zeitung hatte ihre Leser am Montag dazu aufgerufen, per Telefon einen Minister aus dem Kabinett von Schröder abzuwählen. Über 70 000 Leser haben sich an der Rauswurf-Aktion beteiligt. Mehr als 16 000 der Anrufer sprachen sich gegen Ministerin Ulla Schmidt (SPD) aus. Neben Schmidt schnitt auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) schlecht ab: Mehr als 20 Prozent der Anrufer wollen ihn nicht mehr im Kabinett haben.

Im Bundessozialministerium ist die Aktion mit Empörung aufgenommen worden. Der Sprecher von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD), Klaus Vater, bezeichnete die TED-Umfrage als „manipulativen, erfolglosen Versuch, Stimmung gegen die Bundessozialministerin zu erzeugen“. Die Boulevardzeitung setze damit ihre schäbige Kampagne fort, die sie zu Beginn des Jahres anlässlich des Inkrafttretens der Gesundheitsreform gestartet habe. ddp

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