Zeitung Heute : Endgültiges Aus für Berliner Gratisblatt - Verlag in Insolvenz

Joachim Huber

Die Gratiszeitung "15 Uhr aktuell" wird auf unabsehbare Zeit in Berlin nicht wieder erscheinen. Robert Sidor, Geschäftsführer und Gesellschafter, bestätigte dem Tagesspiegel am Montag, dass die 15 Uhr aktuell Verlags GmbH zum 31. Mai beim Amtsgericht Berlin liquidiert werde. Die Insolvenz werde am 2. Juni eröffnet. Im seit 22. Februar laufenden Insolvenzverfahren sei es weder den Geschäftsführern noch den Insolvenzverwaltern, Brinkmann & Partner, gelungen, für einen Neustart die notwendigen Investoren zu finden. "Die Verhandlungen sind in letzter Minute gescheitert, 50 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, Hamburg und München sind am Freitag gekündigt worden", sagte Sidor. Das Projekt einer am Nachmittag kostenlos verteilten Zeitung sei von Oktober 1998 bis Februar 2000 gelaufen und habe rund 20 Millionen Mark gekostet.

Sidor, der ursprünglich aus der IT-Branche kommt und dorthin zurückkehren wird, glaubt weiter an die Idee einer Gratisblattes. "Wir werden so lange weiter nach neuen Partnern suchen, bis ein anderer die Nische am Nachmittag besetzt hat." Für Berlin rechnet Sidor erst mal nicht mit einem Gratisblatt, "die Großverlage Springer, Gruner + Jahr und Holtzbrinck werden sich nicht weh tun wollen". Auch die deutsche Tochter der norwegischen Schibsted AG, die in Köln eine Gratiszeitung am Morgen herausgibt, hat er nicht auf der Liste für die Hauptstadt, wohl aber "für Hamburg".

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