Zeitung Heute : Endlich einmal zusammen

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Was wird am Wochenende wichtig?

Goya, Velazquez, Greco in Hamburg: Die Ausstellung „Spanische Malerei aus deutschen Sammlungen“ im vor zwei Jahren gegründeten BuceriusForum versammelt ab heute bis zum 21. August die Großen der spanischen Kunst in der Hansestadt. Zusammengetragen wurden etwa 60 Meisterwerke aus deutschen Sammlungen, von Berlin, Dresden und München bis hin zu kleineren Sammlungen wie Karlsruhe, Aachen oder Fulda. Schon das allein ist eine Sensation. Denn noch nie gab es eine Ausstellung, die die Bestände aus ost- wie westdeutschen Museen in solchem Umfang zeigte. Doch auch das Thema trifft den Ton der Zeit: Die Religiosität, die Intensität des Gefühls, die sich auf Werken von Zurbarán und Ribera zeigen, spricht ebenso direkt an wie der grobe Realismus eines Murillo oder Goya. Kurator Matthias Weniger möchte die spanische Malerei, die in den deutschen Museen verglichen mit Italienern oder Niederländern immer die Rolle eines Stiefkinds spielt, stärker ins Zentrum des Bewusstseins rücken. Noch immer schlummern Hauptwerke spanischer Malerei im Depot oder werden, wie unlängst von den Weimarer Kunstsammlungen, leichtfertig verkauft. Doch immer wieder gibt es auch Entdeckungen: So ist in Hamburg ein „Hl. Andreas“ von Jusepe de Ribera zu sehen, der erst vor vier Monaten im Kunsthandel auftauchte: Es handelt sich vielleicht um das früheste Werk von Ribera. Gezeigt werden aber auch drei El Grecos aus Budapest, die 1911 in München zum Verkauf standen. Damals fand sich in Deutschland kein Käufer für die Bilder des griechisch-spanischen Malers. Die Hamburger Ausstellung wird im Anschluss weiterwandern nach Budapest und Dresden, wo sie zum 150. Jubiläum der Sempergalerie gezeigt wird. Nach Berlin, das mit wichtigen Leihgaben beteiligt ist, kommt sie leider nicht. til

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