Zeitung Heute : Enkel der Philister

Der Tagesspiegel

Palästina war zunächst die Bezeichnung für das Gebiet der Philister. Sie hatten sich im 12. Jahrhundert v. Chr. als Angehörige der sogenannten Seevölker aus der Ägäis teils friedlich, teils gewaltsam in dem nahöstlichen Küstengebiet niedergelassen. Die Philister s iedelten vor allem in dem Landstrich des heutigen Gaza bis nach Jaffa. Dagegen wohnten die Israeliten überwiegend im inneren Berg- und Hügelland. Die Philister leisteten zwar zusammen mit den Kanaanäern und den im heutigen Libanon lebenden Phöniziern bedeutende Beiträge für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Alten Vorderen Orients. Es waren jedoch die Israeliten, die Hebräer und Juden, die die weitere Geschichte des Landes wesentlich nachhaltiger prägten. Dieser jüdischen Geschichtsepoche machten erst die Römer ein Ende, als sie den Tempel und die Stadt Jerusalem zerstörten und nach einem neuerlichen Aufstand im Jahre 132 n. Chr. auch die jüdische Bevölkerung vertrieben. Durch die Umbenennung der Provinz Iudaea in die Provinz Syria Palaestina wollte der römische Kaiser jeden offiziellen Bezug zu den rebellischen Juden tilgen. Diese lateinische Bezeichnung Palaestina blieb dann auch im Mittelalter und in der Neuzeit prägend und ging in die meisten europäischen Sprachen ein - als "Filastin" auch in das Arabische. Parallel dazu blieb in der jüdisch-christlichen Tradition jedoch auch die Bezeichnung "Land Israel" beziehungsweise "Heiliges Land" in Gebrauch. M.G.

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