Zeitung Heute : Entspannung pur für Körper und Seele

Wer regelmäßig schwitzt, bleibt gesünder. Und eine Sauna im eigenen Haus ist jederzeit betriebsbereit. Moderne Entwürfe lassen da kaum Wünsche offen.

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Das Holz knarrt, der Atem brennt. Bevor man sich nackt aufs ausgebreitete Handtuch legt, werden als letzte Insignien des Alltags noch die Badeschluppen abgestreift. Dann beginnt das große Schwitzen und alles ist nur noch Entspannung. Etwas Besseres als regelmäßiges Saunieren kann man sich in den kalten Wintermonaten kaum antun. Der Wechsel von Wärme und Kälte bringt den Körper auf Trab. Die Durchblutung wird angekurbelt, Infektionen lassen sich verhindern, und die Haut fühlt sich nach der Schwitzkur wie neugeboren an.

Vor allem die Finnen kennen sich mit der Kunst des Saunierens gut aus. In ihrem Land wird das gesunde Schwitzen seit 2000 Jahren kultiviert. Bis ins letzte Jahrhundert waren dort vor allem die so genannten Rauchsaunen in Betrieb. Heute feiert dieses alte Verfahren, bei dem Wärme speichernde Steine durch offenes Feuer erhitzt werden, ein kleines Comeback. Einfacher hat es allerdings, wer eine Schornsteinsauna oder einen elektrisch beheizbaren Saunaofen betreibt. Und echte Gesundheitsfanatiker haben ihre eigene, allzeit bereite Privatsauna im Haus.

Während es die meisten Finnen an ihrem Lieblingsort noch immer möglichst naturnah mögen und bei der Materialwahl unverändert auf Holz schwören, ist es mit der Wellnesswelle in den Saunen etwas bunter geworden. Sogar finnische Industriedesigner experimentieren mit modernen Sauna-Entwürfen – wie Mika Ihanus im vergangenen Jahr mit seiner durchsichtigen Glassauna „Solaris“, einem futuristischen Objekt, das wie ein Wintergarten anmutet und beim Saunieren einen freien Panoramablick nach draußen eröffnet.

Dass Moderne und Holz nicht im Widerspruch stehen müssen, beweist der schwäbische Saunabauer Klafs. Seine „Proteo“ – eine Sauna in Modulbauweise – wurde 2005 mit dem „red dot design award“ ausgezeichnet. Wahlweise verschiedene Hölzer, Gläser und Steine verleihen ihr eine unverwechselbare Optik, und aus der Zusammenstellung der technischen Module wie etwa Sanarium und Sauerstoffsystem ergeben sich die Klimafaktoren dieser Sauna.

„Es gibt zwei Fraktionen des Saunierens“, sagt der Berliner Designer Jochen Schmiddem: „Die einen bevorzugen das Trockensaunieren, die anderen die Dampfsauna.“ Für die Firma Duravit hat Schmiddem gerade eine luxuriöse Dampfsauna entworfen, eine so genannte Multifunktionsdusche. In diesem Mini-Wellnesstempel kann man duschen, nach Belieben Farbtherapie oder eine Rückenmassage wählen, und selbst für einen 1,90 Meter-Mann bietet sie genug Platz, um sich bequem auszustrecken. Die beiden Sitze aus Robinienholz lassen sich komfortabel zu einer Liegefläche auseinander klappen.

Bei der Wahl der Materialien hat sich Jochen Schmiddem für eine Holzbeplankung, weißes Acryl und blitzendes Chrom entschieden, um so Assoziationen an Bootsstege und noble Yachten zu wecken. Praktisch sind das Touch-Display und das unkomplizierte UV-Reinigungsprogramm. Die Mini-Sauna lässt sich ohne viel Aufwand auch nachträglich in bestehende Bäder einbauen.

Der Wohlfühleffekt stellt sich bei regelmäßigem Saunieren von ganz allein ein. Und wer sich eine Sauna im eigenen Haus hat einbauen lassen, der wird sich wundern, wie viel Zeit man dort verbringen kann.

www.klafs.de

www.schmiddem-design.de

www.duravit.de

www.studiohelsinki.fi/solaris

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