Entwicklungsländer : Neue Schuldenkrise in Afrika

Sieben Staaten in Afrika droht der Bankrott, weil der Rest der Welt unter der Finanzkrise leidet. Auch U2-Sänger Bono sorgt sich um die Ziele der Entwicklungshilfe.

Christian Tretbar

Die Bekämpfung der Armut und der Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt sind offiziell nicht Bestandteil der Tagesordnung beim G-20-Treffen. Dabei führt die Finanzkrise nach Einschätzung von Entwicklungsorganisationen zu einer neuen Schuldenkrise in Entwicklungsländern. Allein sieben afrikanischen Staaten drohe derzeit die Zahlungsunfähigkeit, erklärten die Kindernothilfe und das Bündnis erlassjahr.de am Freitag in Berlin bei der Vorstellung ihres „Schuldenreports 2009“. Genannt werden Benin, Burundi, Gambia, Liberia, Mosambik, Niger sowie Sao Tome und Principe. Auch die Reduzierung der Entwicklungshilfe verschärfe die Haushaltslage der ärmsten Länder und mache erfolgreiche Anstrengungen der Vergangenheit zunichte, heißt es in dem Bericht.

Bono, Sänger der irischen Rockband U2 und seit Jahren Kämpfer gegen die Armut, warnt davor, die Versprechen der G-8-Staaten für mehr Entwicklungshilfe durch die Finanzkrise aus den Augen zu verlieren. „Wir vertrauen darauf, dass auch die deutsche Kanzlerin ihr Versprechen einhalten wird“, sagte der Sänger, der für die Organisation One aktiv ist, am Freitag in Berlin. Deutschland hat versprochen, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2015 aufzustocken. „Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass wir neu über den Kapitalismus nachdenken müssen, und Deutschland kann bei diesem Neuaufbau ein Architekt dafür sein“, sagte Bono.

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