Zeitung Heute : EPISODENFILM

Home for Christmas

Mit der christlichen Nächstenliebe, so scheint es, ist es nicht weit her in dem norwegischen Dorf Skogli. Ein Obdachloser wird ohne Fahrschein aus dem Zug geworfen. Wie Maria und Joseph irren eine hochschwangere illegale Immigrantin und ihr Mann durch die verschneiten Wälder. Sechs Erzählstränge verflicht Bent Hamer in „Home for Christmas“ und konzentriert sich dabei auf die verschiedenen Formen der Einsamkeit, die am Heiligen Abend für die Betroffenen in einem besonders grellen Licht erstrahlen. Aber die Geschichten wechseln zu schnell, die Figuren haben keine Chance, sich im Episodenkonzept zu entwickeln. Hätte Hamer mit der gleichen Präzision, mit der er seine Bilder durchkomponiert, seine Charaktere gestaltet, hätte aus „Home For Christmas“ weit mehr als ein mittelmäßiger Wohlfühlfilm werden können. Verschenkt.Martin Schwickert

NOR/SWE/D 2010, 79 Min., R: Bent Hamer D: Fridjov

Såheim, Cecile Mosli

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