Zeitung Heute : Erbschaftssteuer: Plant Eichel Erhöhung? - Grundstücke und Bauten betroffen

Höhere Steuern auf geerbte Häuser und Grundstücke drohen, wenn Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) dem Rat seiner Experten-Kommission folgt. Diese schlägt in einem Gutachten vor, die Bewertung von Grundeigentum so zu verändern, dass der bisher gültige Abschlag von 20 Prozent auf den Bodenrichtwert halbiert wird. Ein kleinerer Abschlag würde einem kleineren Freibetrag gleichkommen und daher die Steuerlast auf das Erbe erhöhen. Die Kommission schlägt außerdem vor, bei der steuerlichen Bemessungsgrundlage für vererbte Immobilien statt des bewährten Ertragswertes einen Sachwert anzusetzen.

Der Ertragswert ist ein international anerkanntes Verfahren zur Bemessung des Wertes von Immobilien. Sie macht die tatsächlich erzielte Jahresmiete zur Grundlage für die Preisermittlung bei einem Verkauf. Die Sachwerte dagegen ermitteln Gutachter, indem sie die Substanz der Objekte zu errechnen versuchen. Die Sachwert-Methode kommt zum Beispiel bei der Entschädigung von "Datschen" auf Erholungsgrundstücken in den neuen Ländern zum Einsatz. Sie ist umstritten, weil Eigentümer, die ihren Nutzern kündigen, zum Teil hohe Entschädigungen für veraltete, kaum mehr nutzbare "Typenhäuser" bezahlen müssen. Nicht zuletzt dieser Hintergrund erklärt die Auffassung des Bundesverbands Freier Wohnungsunternehmen, wonach eine Umstellung eine drastische Überbewertung des Grundbesitzes zur Folge hätte.

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