Zeitung Heute : Erdogan lobt die Feuerwehr und ruft zu Mäßigung auf

Ludwigshafen - Nach Tagen voller Misstrauen und Verdächtigungen hat der türkische Ministerpräsident Erdogan bei seinem Besuch am Ort der Brandkatastrophe in Ludwigshafen am Donnerstag Medien und Trauernde zu Mäßigung aufgerufen. „Unsere Trauer soll eine stille Trauer sein“, sagte Erdogan den etwa 2500 versammelten Menschen. Die türkischen Bürger, die in Deutschland leben, sollten „Botschafter einer Zivilisation des Friedens“ sein. Zugleich dankte der türkische Ministerpräsident aber auch ausdrücklich der deutschen Polizei und Feuerwehr. „Unser Schmerz ist groß, und wenn es das Engagement der Polizei und der Feuerwehr nicht gegeben hätte, wäre er noch größer“, sagte Erdogan. Er wies damit indirekt falsche Gerüchte zurück, dass die deutsche Feuerwehr erst nach 20 Minuten am Brandort gewesen sei. Erdogan appellierte an die Medien, vor allem die aus der Türkei, sich in ihrer Berichterstattung über den Vorfall zu mäßigen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), der im Vorfeld die türkischen Medien kritisiert hatte, bemühte sich am Brandort um versöhnliche Worte. Beck sicherte Erdogan zu, dass alles für die Aufklärung der Hintergründe des Brandes getan werde. „Das Unglück wird uns nicht auseinanderbringen. Wir sind in Trauer vereint“, sagte Beck.

Die Ursache der Brandkatastrophe, bei der neun aus der Türkei stammende Menschen getötet wurden, ist nach wie vor ungeklärt. Trotz intensiver Suche sei bisher kein Brandbeschleuniger gefunden worden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Abend. Die Aussagen eines neunjährigen Mädchens über einen Brandstifter reichten noch nicht für ein Phantombild.

Die ARD hat die nächste „Tatort“-Sendung am Sonntag verschoben, weil es darin um das türkische Milieu in Ludwigshafen geht. hah/ddp/dpa

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