Zeitung Heute : Erfolgreiche Gründerinnen als Vorbild Career Service warb 1,7 Millionen Euro ein

Fanny Neukamp

Klingende Firmennamen: Nanosemiconductor oder Neofonie. Die dahinter stehenden Unternehmen entwickeln extrem helle Leuchtdioden oder auf den Kunden zugeschnittene Suchportale. Beide haben eines gemeinsam: Sie sind Ausgründungen der TU Berlin. „Es gibt etliche Angebote, die auf Studenten oder Forscher zugeschnitten sind. Doch das Potenzial zur Förderung von Unternehmertum und Gründerpersönlichkeiten ist bei weitem nicht ausgeschöpft“, sagt Agnes von Matuschka, die zusammen mit ihrer Kollegin Uta Kirchner den Career Service der TU Berlin leitet.

Deshalb soll jetzt das Thema in allen Fakultäten verankert werden und auch jene erreichen, die an eine Firmengründung überhaupt noch nicht denken. Der Career Service warb als ein Gewinner im Exist-Wettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums 1,7 Millionen Euro ein. Damit sollen Unternehmergeist als berufliche Alternative gefördert und Frauen dafür sensibilisiert werden.

Eine weitere Allianz innerhalb der Universität soll den Schub jetzt noch verstärken: Künftig werden der Career Service und das nationale Alumniprogramm der Universität enger kooperieren.

Dabei kann das Alumni-Programm, das zirka 16 500 ehemalige Studenten und Mitarbeiter betreut, einen besonderen Schatz in die Waagschale werfen: „Unter unseren Alumni gibt es allein rund 650 Firmengründer, die wir in unser Netzwerk einbeziehen. Dieses Potenzial wollen wir zum beiderseitigen Nutzen ausbauen“, sagt Programmleiterin Kristina R. Zerges, „öffnen doch die Firmenchefs von heute nicht selten die Tür zur Wirtschaft und verfügen über wertvolle Gründungserfahrungen.“

Genau an diesem Punkt setzen beide Partner an: „Wir wollen Gründer noch häufiger als Vorbilder zurück in die Uni holen – als Betreuer für andere Alumni oder Gastdozenten. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf Frauen“, erläutert Agnes von Matuschka. Mit dem neuen Angebot „Power für Gründerinnen“ und 840 000 Euro vom Bundesforschungsministerium könnte dieses Vorhaben gelingen. „Wir spüren ein großes Interesse an unseren Kursen, besonders bei Studentinnen“, erzählt Matuschka. Verhandlungsführung, Stärkung der Persönlichkeit und Projektmanagement seien begehrte Themen. Dennoch gründen nach wie vor deutlich mehr Männer als Frauen eine Firma. „Frauen fehlen die Vorbilder und positiven Identifikationsangebote. Eine weibliche Gründertradition gibt es nicht, auf die wir aufbauen können“, ergänzt Uta Kirchner. „Das wollen wir ändern.“

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