Zeitung Heute : Erst lesen, dann streiten - Einige Neuerscheinungen

Andreas Lohse

Mietrechtliche Ansprüche durchzusetzen, ist mitunter nicht einfach. Doch manchmal fehlt nur das letzte Fünkchen an Informationen, um einen Streit schon vorab als aussichtsreich oder erfolglos einzustufen. Fachbücher können da weiterhelfen. Deshalb stellen wir an dieser Stelle mehrfach im Jahr Neuerscheinungen für Mieter und Vermieter, für Laien und Experten vor

Geld sparen beim Umzug. Hrsg. Deutscher Mieterbund, wrs Verlag 1999, 192 Seiten, 29 Mark 80. Was alles zu tun ist, wenn man umzieht, lässt sich in einem entsprechenden Ratgeber auf fast 200 Seiten nachlesen: Es geht um die Kündigung, die Rückgabe der Wohnung oder der Kaution, um Fragen, wie der Mieter mit seinen Einbauten verfahren sollte oder was es mit Schönheitsreparaturen auf sich hat, bis hin zu allem Notwendigen für die neue Wohnung. Dieses Buch gibt es billiger als Broschüre beim Deutschen Mieterbund. Jedoch wurde die Buchversion aktualisiert, erweitert und mit einigen Checklisten ergänzt, so dass sie inhaltlich etwas über die Broschüre hinausgeht. Die Seitenaufmachung wirkt durch unterschiedliche Schriftarten mitunter irritierend. Zielgruppe: Mieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Andreas Klaner, Ratgeber Mietrecht. Humboldt Verlag 1999, 160 Seiten, 16 Mark 90. "Mehr wissen, Recht bekommen" - der Untertitel klingt banal, das Büchlein selbst ist es nicht. Ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis führt durch die Themen, angefangen bei der Wohnungssuche, über den Mietvertrag, Rechte und Pflichten während der Mietzeit, Mieterhöhung, Mietminderung und Nebenkosten, das Ende des Mietvertrages bis hin zur Rückgabe der Wohnung. Der Autor verzichtet auf überflüssige Worte, Schlenker und Sonderfälle, die man meist sowieso nur mit Hilfe einer Rechtsberatung klären kann. So entsteht mitunter der Eindruck, dass die betont knappen Formulierungen vielleicht doch etwas Wesentliches vermissen lassen. Das aber ist nicht der Fall. Der preiswerte Ratgeber umreißt alle wesentlichen Punkte eines Mietverhältnisses. Ein gesondertes Kapitel ist dem Thema gewidmet, wie ein Mieter seine Rechte durchsetzen kann und worauf er sich bei einem Rechtsstreit unter Umständen einlässt. Zielgruppe: Mieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Wohnungsmängel und Mietminderung. Hrsg. Deutscher Mieterbund, wrs Verlag 1999, 180 Seiten, 29 Mark 80. Erklärt wird alles rund um Wohnungsmängel und das Recht des Mieters, seine Miete zu mindern. Zunächst wird in mehreren Kapiteln die Mietminderung allgemein behandelt sowie die Frage, wann sie in welcher Höhe möglich ist. Blockweise liest man dann über die Einzelaspekte Lärm, feuchte Wände und Schimmel, Heizung oder Umweltgifte. Inhaltlich kann das hilfreich sein. Doch im Grunde handelt es sich bei diesem Buch um ein layouttechnisch aufgemotztes Remake einer kleinen Broschüre, die es direkt beim Deutschen Mieterbund mit dem selben Titel etwa 20 Mark billiger gibt. Ergänzt wurde das Buch allerdings um Musterschreiben und den Wortlaut von themenrelevanten Gesetzestexten. Zielgruppe: Mieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

Weber / Marx, Vermieterratgeber. wrs Verlag 1999, 166 Seiten, 29 Mark 80. Der aktualisierte Wegweiser von Abmahnung bis Zwangsräumung ist auf die berechtigten Interessen von Vermietern zugeschnitten. Das kompakte Werk gibt viele Tipps und Hinweise, die lobenswerter Weise nicht unter die Gürtellinie gehen, womit es sich wohltuend von manchen anderen Ratgebern dieser Art abhebt. Aber: Bei einer erst kürzlich überarbeiteten Auflage sollte man nun darauf verzichten können, auf die Besonderheiten bei Mieterhöhungen in den ostdeutschen Bundesländern hinzuweisen. Diese Regeln - das immerhin lässt sich rauslesen - gelten seit 1997 nicht mehr. Zielgruppe: Vermieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Tapetenwechsel. Sonderheft des Deutschen Mieterbundes. 82 Seiten, 7 Mark 50. Bezug: DMB-Verlag, Aachener Straße 313, 50931 Köln, Telefon: 02 21 / 940 77 -0. Alles rund um den Umzug erklärt dieses Sonderheft und gibt praktische Tipps und mietrechtliches Wissen, das man sonst erst mühsam zusammensuchen muss. Thematisiert sind unter anderem Kaution, Schlüsselübergabe, Bürgschaft, Wohnformen sowie Wohnungsarten. Kleine Irritation: An zwei Stellen im Heft sind gewerbliche Anzeigen mit gleicher Schrift aufgemacht wie die redaktionellen Beiträge. Erst auf den zweiten Blick sieht man das Wörtchen "Anzeige". Zielgruppe: Mieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Leyendecker, Mietrecht für Vermieter. wrs Verlag 1999, 163 Seiten, 29 Mark 80. Es handelt sich hierbei um eine Ansammlung von sehr individuellen Einzelproblemen, die nach dem Schema "Vermieter fragen - Experten antworten" alphabetisch aneinander gereiht sind. Der Titel lässt vermuten, Vermieter fänden hier Rat. "Eine echte Hilfe für den Anwendungsfall, die Ihnen eine aufwendige Einarbeitung ins Mietrecht erspart", wie es der Klappentext behauptet, ist dieses Buch allerdings nicht, zumal die Fragen teils etwas simpel sind, beispielsweise jene, in der dem verzweifelten Vermieter erklärt wird, dass ihm auch durch die Vererbung des Mietvertrages der neue Mieter keineswegs die Wohnung stiehlt. Auch sind die Antworten mitunter etwas sibyllinisch. Zielgruppe: Vermieter. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

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