Zeitung Heute : Erstes Geld, erste Pflichten: Tipps für Azubis

Egal ob Friseur, Maler, Bankkauffrau oder Tischlerin: Viele Jugendliche beginnen derzeit mit ihrer Ausbildung. Der Start in den Job ist ein großer Schritt in Richtung Erwachsenwerden. „Zum ersten Mal verdient man eigenes Geld“, sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Damit wächst aber nicht nur die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern. Mit dem ersten eigenen Gehalt sind auch Pflichten verbunden.

So brauchen Azubis zum Beispiel eine Lohnsteuerkarte – denn sie müssen Steuern zahlen. Die Karten werden seit 2011 nicht mehr von den Meldebehörden, sondern vom zuständigen Finanzamt ausgegeben. Wegen des Umstiegs auf die elektronische Datenverwaltung gibt es allerdings nur eine Ersatzbescheinigung. „Die bekommt man, wenn der ,Antrag auf Ausstellung einer Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug 2011‘ ausgefüllt wird“, erklärt Käding. Berufseinsteiger, die vorher in keinem Arbeitsverhältnis standen, können sich den Weg aber sparen. „Sie müssen dem Arbeitgeber schriftlich bestätigen, dass es der erste Job ist“, so Käding. Außerdem müssten dem Chef die Steueridentifikationsnummer, das Geburtsdatum und die Konfessionszugehörigkeit mitgeteilt werden. Dieser dürfe dann die Besteuerung nach der günstigeren Steuerklasse I vornehmen, obwohl bei fehlender Lohnsteuerkarte eigentlich Klasse VI gelte.

Mit der Ausbildung beginnt auch die Sozialversicherungspflicht. „Von der Ausbildungsvergütung werden die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung einbehalten“, erklärt Renate Thiemann von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Allerdings nur, wenn sie über 325 Euro im Monat liegt. „Bekommt der Azubi weniger, werden die Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber getragen.“ Wer noch keine Sozial- oder Rentenversicherungsnummer hat, muss diese beim Rentenversicherungsträger beantragen.

Auch um eine eigene Krankenversicherung müssen Berufseinsteiger sich kümmern, denn „mit Beginn der Ausbildung fällt man aus der Familienversicherung“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BDV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Die neue Krankenkasse können Auszubildende frei – und sollten dies auch spätestens 14 Tage nach Beginn der Ausbildung getan haben. „Sonst muss der Arbeitgeber den Azubi bei einer Kasse anmelden“, erklärt Rudnik. Das sei dann entweder eine Betriebskrankenkasse oder die Kasse, in der der Jugendliche auch familienversichert war.

Außerdem sollten Berufseinsteiger über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, so Rudnik. Sie schütze vor einem finanziellen Absturz, wenn der Job wegen einer Erkrankung aufgegeben werden müsse. Der Beginn der Ausbildung sei der richtige Zeitpunkt für den Abschluss: „Azubis haben in der Regel noch keine gesundheitlichen Probleme.“ Dadurch seien die Prämien niedrig.dpa

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