Zeitung Heute : Erstes Wochenende der Entscheidungen

Der Tagesspiegel

Berlin (Tsp). Der Endspurt hat begonnen - nur noch drei Spieltage sind es, bis der Deutsche Fußball-Meister mit Sicherheit feststeht. Und die Teilnehmer am Europapokal. Und die drei Absteiger. Doch vielleicht entscheidet sich alles schon vorher, möglicherweise schon an diesem Wochenende.

Die Meisterschaft

„Wer hier eine Meisterfeier plant, wird von mir persönlich entlassen“, sagt Leverkusens Manager Reiner Calmund. Doch insgeheim bereiten sie sich bei Bayer natürlich darauf vor. Alles andere wäre schlechtes Management angesichts von fünf Punkten Vorsprung und einer besseren Tordifferenz gegenüber dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Wenn die Leverkusener das Team von Werder Bremen schlagen und die Dortmunder gleichzeitig in Köln nicht gewinnen, steht der neue Meister fest. Dortmund gibt sich bereits jetzt geschlagen. „Die holen die restlichen Punkte zur Meisterschaft sogar, wenn ihr Manager mitspielt“, sagt BVB-Präsident Gerd Niebaum mit Blick auf Calmund.

Der Europapokal

Borussia Dortmund hat sich nun ein neues Saisonziel gesetzt: Platz zwei. Denn die Vizemeisterschaft berechtigt zur direkten Qualifikation für die Champions League. Doch die Dortmunder haben hartnäckige Verfolger. Zwei Punkte hinter ihnen lauert der FC Bayern. Die Münchner könnten an den Westfalen vorbeiziehen, wenn sie Hertha BSC schlagen und Dortmund zeitgleich nicht gewinnen kann. Doch hinter den Münchnern wartet schon Hertha BSC, der Rückstand der Berliner beträgt gerade mal einen Punkt. Im Olympiastadion wird es also ein echtes Finale um den Europapokal geben. Für Herthas Trainer Falko Götz, dessen Team seit 25 Jahren nicht mehr in München gewinnen konnte, ist es deshalb schlicht das „Spiel des Jahres“. Wenn Hertha gewinnt, ist nicht nur Platz drei vorerst erobert, der zu den Qualifiaktionsspielen um die Champions League berechtigt; Platz zwei ist dann in Reichweite. Bei einem Unentschieden könnte Hertha den Kampf um die Europapokal-Plätze immerhin offen halten, allerdings würden die punktgleichen Schalker bei einem Sieg gegen Nürnberg wieder auf Platz drei vorrücken. Auch die Gelsenkirchener wollen jetzt mehr als die Teilnahme am Uefa-Cup.

Der Abstieg

Für den 1. FC Nürnberg geht es um alles. Sollte das Team verlieren, ist der Viertletzte wieder mittendrin im Abstiegskampf. Der SC Freiburg, vier Punkte vom rettenden Platz entfernt und am Sonntag Gastgeber für Kaiserslautern, sowie der 1. FC Köln, fünf Punkte zurück und Gast in Dortmund, könnten dann wieder neue Hoffnung schöpfen. Voraussetzung sind allerdings eigene Siege. Für St. Pauli ist es dagegen wohl zu spät.

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