Zeitung Heute : Erzähl mir was

Die schönsten Geschichten aus dem Wettbewerb

Dorothee Nolte

Ein kleines Jubiläum ist es schon: Seit fünf Jahren gibt es den Tagesspiegel-Erzählwettbewerb. Jedes Jahr aufs Neue suchen wir junge und erwachsene Leser, die Lust haben, Geschichten nicht nur zu schreiben, sondern sie beim öffentlichen Halbfinale und Finale auch packend vorzutragen. Dafür muss man kein Schreib- oder Vortragsprofi sein; oft kommen die originellsten Geschichten von Amateuren, ist ein Vortrag dann besonders bewegend, wenn jemand aus seinem eigenen Leben erzählt. Und den größten Erfolg beim Publikum haben sowieso die kleinsten Erzähler – so wie die 10-jährige Sonja Radde, die das Schüler-Finale gewann.

Unser Thema in diesem Jahr, inspiriert durch unseren Kooperationspartner eßkultur: Lebensmittel, die von ferne nach Europa kamen, die Luxusartikel waren und heute aus den Regalen nicht mehr wegzudenken sind, wie Gewürze, Zucker, Schokolade und exotische Früchte. Dazu haben wir 350 Geschichten erhalten. Sie handeln von Genüssen und Gelüsten, aber auch von Erlebnissen des Befremdens oder gar des Abscheus. Eine würzige Mischung, die das Wasser im Munde zusammenlaufen – und hin und wieder den Appetit vergehen lässt.

In den vergangenen Jahren sind die 25 schönsten Geschichten in kleinen, feinen Büchern veröffentlicht worden, gestaltet von unserem Kooperationspartner, dem Verlag Rohnstock Biografien. Diesmal möchten wir, heute und in den kommenden Tagen, eine Auswahl im Tagesspiegel selbst drucken – in dem Bewusstsein, dass Geschichten anders wirken, je nachdem, ob man sie liest oder hört. Wie Jenny Schon beim Finale ihre Hommage an die böhmischen Großeltern vortrug – auf hochdeutsch, rheinisch und böhmisch –, das lässt sich in Schrift nicht wiedergeben. Auch den Charme des 12-jährigen Omid Riazati können wir nicht drucken, nicht die imposante Stimme von Günter Knecht (81) oder den lässigen Witz von Paul Kiener (17). Wir beginnen mit einer Geschichte, die genau dort spielt, wo der Erzählwettbewerb seit fünf Jahren seine Heimat hat: im Ethnologischen Museum in Dahlem. Was das mit exotischen Lebensmitteln zu tun hat? Lesen Sie selbst.

Mehr Geschichten finden Sie auf unserer Internetseite www.tagesspiegel.de/erzaehlwettbewerb

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