Zeitung Heute : „Es ist ohne Bedeutung, wer geschossen hat.“

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Für die Angehörigen sei derjenige, der geschossen habe der entscheidende Täter – das hat zumindest Michael Buback erklärt. Sein Vater, Generalbundesanwalt Siegfried Buback, wurde am 7. April 1977 in seinem Dienstwagen von der RAF ermordet. Nun hat sich herausgestellt, dass Christian Klar offenbar nicht der Todesschütze gewesen ist. „Wenn die Schwere der Verbrechen von Christian Klar die der Morde anderer RAF-Mitglieder nicht deutlich übersteigt, kann man fragen, ob seine Haftdauer länger als die von Frau Mohnhaupt andauern sollte“, argumentiert Buback und fordert Gnade für Klar, der seit 24 Jahren in Haft sitzt.

Bei dem Attentat auf Buback starben auch sein Fahrer Wolfgang Göbel und der Chef der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft Georg Wurster . Anders als für Michael Buback haben für die Hinterbliebenen von Göbel und Wurster die neuen Erkenntnisse über das Attentat von 1977 keine Bedeutung – zumindest was Klars Gnadengesuch angeht. „Für mich, meine Mutter und meine Geschwister ist es ohne Bedeutung, wer damals die tödlichen Schüsse abgegeben hat“, sagte Karin Göbel, die Tochter der ermordeten Fahrers, dem „Focus“. Klar habe von dem Attentat gewusst, sei dabei gewesen und habe bei dem Dreifach-Mord geholfen. Auch Georg Wursters Witwe sagte, es sei egal, wer geschossen habe. Tsp

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