Zeitung Heute : Es ist Zeit für Frostschutzmittel Wie Stauden im Winter geschützt werden

Iberis, die Schleifenblume, hat auch im Winter eine grüne Färbung. Foto: Tassilo Wengel
Iberis, die Schleifenblume, hat auch im Winter eine grüne Färbung. Foto: Tassilo Wengel

Wenn der Winter naht, sind im Garten noch einige Arbeiten wichtig. Dazu gehört auch, manche Stauden mit einem Winterschutz zu versorgen. In der Regel überstehen einheimische Stauden selbst strenge Winter in den Gärten ebenso problemlos wie Arten aus anderen Regionen mit Frostperioden.

Dennoch gibt es zahlreiche empfindliche Pflanzen, an denen im Frühjahr Schäden sichtbar werden. Sie haben mannigfaltige Ursachen und beruhen auf Erfrieren oder Vertrocknen von Pflanzenteilen oder ganzen Pflanzen. Deshalb empfiehlt sich vor Einbruch des Winters, bestimmte Pflanzen entsprechend zu schützen.

In jedem Fall ist bei neu gepflanzten Stauden ein Winterschutz empfehlenswert. Im Oktober oder November gepflanzt, sind sie im Dezember noch nicht ausreichend eingewurzelt. Strenge Fröste heben den Wurzelballen leicht an, wodurch es zum Vertrocknen oder Erfrieren kommt. Deshalb empfiehlt sich bei diesen Stauden eine schützende Decke aus Laub, Fichtenreisig oder auch abgeschnittenen Stängelresten.

Bei einigen Stauden ist Kahlfrost besonders schädlich. Das gilt vor allem für solche, die mit immergrünen Blättern, Rosetten und Trieben über der Erdoberfläche überwintern. Austrocknende Winde, Kahlfröste oder intensive Sonneneinstrahlung können Schäden an den Pflanzen hervorrufen. Das gilt für viele Steingartenstauden wie zum Beispiel Blaukissen (Aubrieta), Stachelnüßchen (Acaena), Silberwurz (Dryas), Polsternelken (Dianthus), Sonnenröschen (Helianthemum), Polsterphlox (Phlox subulata) oder Immergrüne Schleifenblumen (Iberis sempervirens). Diese Arten stammen aus Regionen, wo sie unter einer dicken Schneedecke Schutz finden.

In unseren Gegenden können die Winter mitunter schneearm sein, und strenger Kahlfrost ist besonders schädlich. An solchen Tagen erwärmt die Sonne die Pflanzen, oberirdische Teile tauen auf, und Verdunstung sowie Assimilation werden in Gang gesetzt. Da die Wurzeln im Boden noch eingefroren sind, können sie kein Wasser nachliefern, und als Folge treten Trockenschäden auf. Um vorzubeugen, bedeckt man die Stauden locker mit schattenspendendem Material wie Stängelresten, auch Fichtenreisig leistet hier gute Dienste.

Stauden mit Blattschöpfen wie Fackellilien (Kniphofia) und Palmlilien (Yucca) sollten locker zusammengebunden werden und ringsherum eine dicke Laubschütte erhalten. Eine leichte Laubdecke genügt zum Beispiel bei Japananemonen (Anemone japonica), Staudengloxinien (Incarvillea delavayi), Schwarzaugen-Sonnenblume (Helianthus atrorubens) oder Etagenerika (Physostegia virginiana). Das Laub wird im Herbst locker über die Pflanzen geschüttet und mit Reisig am Wegfliegen gehindert. Allerdings ist der Winterschutz erst dann wichtig, wenn die Temperaturen sich den Werten von minus 10 Grad Celsius nähern. Zu früh aufgebrachter Winterschutz verweichlicht die Pflanzen und kann schädlich sein. Um den Neuaustrieb im Frühjahr nicht zu behindern, sollte es bei milder Witterung rechtzeitig entfernt werden.

Wer auf Arten aus wärmeren Klimagebieten im Garten nicht verzichten möchte, sollte sie Ende Oktober oder Anfang November gut einpacken. Dazu gehört das prachtvolle Pampasgras (Cortaderia selloana) aus den Prärien Südamerikas. Man bindet den Gräserschopf am besten im oberen Drittel fest zusammen, umgibt die Pflanze mit einer trockenen Laubschicht und deckt zusätzlich mit Fichtenzweigen ab. Dann wird das Ganze in Folie eingehüllt, um die Pflanze vor Winternässe zu schützen. Gerade Gräsern aus trockenen Regionen schadet im Winter vor allem Staunässe, weshalb auch Federgräser (Stipa) aus den Steppen Osteuropas und Asiens oder die Fuchsrote Segge (Carex buchananii) aus Neuseeland mit Folie zu schützen sind.

Einen regelrechten Umbau erfordert das Mammutblatt (Gunnera) aus Brasilien und Chile. Man schneidet im Herbst die abgestorbenen Blätter bis auf den Grund ab und überzieht die gesamte Pflanze mit Torfmull. Anschließend stülpt man eine Kiste über und bedeckt sie sowie die umgebende Erde dick mit Laub. Idealer Winterschutz ist auch, die Pflanze mit einem Holzgitter zu umgeben, das mit Laub gefüllt und mit Reisig abgedeckt wird.Tassilo Wengel

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