Zeitung Heute : Es kann etwas werden mit den Spaniern Marcel Reif blickt täglich auf die Spiele voraus

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Werden sie denn? Diesmal? Endlich? Die Spanier? Machen sie es wie die Argentinier, werden sie ihren ersten fulminanten Auftritt bestätigen und die Tunesier aus dem Stadion jagen? Machen sie es, wie es spanische Mannschaften stets getan haben, dann wird es ein Gewurschtel, dann kommt das Achtelfinale, vielleicht noch das Viertelfinale, dann ist Schluss. So war es immer.

Woran es liegt? Vielleicht daran, dass die Worte fehlen. Spaniens Hymne kommt ohne Text aus. Ich will jetzt nicht auch noch den hymnischen Gedanken überbewerten, aber im Falle Spaniens ist die Sprachlosigkeit ja bezeichnend. Worauf sollten sie auch singen, auf Spanien? Da kommen dann die Katalanen, die Basken, die Andalusier, was weiß ich, wer dann noch alles textliche Ansprüche stellt. Das ist das Problem von Spaniens Nationalmannschaft. Wie ist eine Mannschaft zu formen, wenn zum Beispiel Abwehrspieler Oleguer vom FC Barcelona, der allemal Nationalspieler wäre, sich weigert, im Auftrage Spaniens vor den Ball zu treten? Nationalmannschaft? Von welcher Nation? Spiele der Elf werden schon gar nicht mehr in Madrid oder Barcelona ausgetragen, da kriegen sie die Stadien nicht einmal halb voll. So war es immer.

So muss es nicht bleiben. Es kann etwas werden mit den Spaniern. Da scheint eine Generation herangewachsen zu sein, die sehr wohl globale und nicht nur regionale Interessen hat. Möglicherweise gerade weil sie sich in der Primera Division, der attraktivsten Liga der Welt, nahezu überall in einer Weltauswahl durchsetzen müssen. Es sind außergewöhnlich gute Fußballspieler. Und die werden geleitet von Trainer Aragones, der schmerzfrei zu sein scheint, selbst wenn seine mitunter grenzwertigen Äußerungen diplomatische Verstrickungen nach sich ziehen. Es kann also was werden. Allein, das haben wir immer gesagt.

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