Zeitung Heute : Ex-Azubis werben für die Ausbildung

Matilda Jordanova-Duda

Manuel Garcia ist Kaufmann, Angelika Athanasoula Sekretärin und Leonie Fonseca Hotelfachfrau. So unterschiedlich wie ihre Berufe sind auch die Herkunftsländer. Etwas eint die Drei: Sie sind Mitglieder der Initiative Go4Jobs ( www.go4jobsbonn.de ). Große Teile ihrer Freizeit verbringen sie damit, Schulen, Vereine und Veranstaltungen zu besuchen, um bei Jugendlichen, Eltern und Betrieben für die berufliche Qualifizierung junger Einwanderer zu werben.

Die zurzeit 25 Mitglieder von Go4Jobs sind Migranten, die eine Lehre machen, studieren oder ihre Berufsausbildung schon abgeschlossen haben. Sie sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, nicht viel älter als die Schüler, die sie beraten. Worüber? Wie man einen tabellarischen Lebenslauf schreibt, ob man zum Vorstellungsgespräch einen Schlips tragen soll, was für Berufe es gibt - außer Kfz-Mechaniker und Friseurin. Da sie aus eigener Erfahrung sprechen, sind sie glaubwürdig.

Praktische Tipps sind auch nötig, selbst so einfache wie "das Foto gehört oben rechts auf den Lebenslauf". Von den Eltern können die Jugendlichen in dieser Hinsicht nicht viel Hilfe erwarten, da sie die Feinheiten der Bewerbung und oft das ganze Duale System nicht kennen. Es überzeugt, wenn da jemand erzählt, der es geschafft hat.

Unter den Jugendlichen nicht-deutscher Herkunft sind besonders viele ohne oder höchstens mit Hauptschulabschluss. Die meisten sind von vornherein resigniert: Als Ausländer sei eh nichts zu machen. Genau diese Haltung will Go4Jobs widerlegen. Ex-Azubi-Stammtische gab es schon anderswo in Deutschland. Aber es ist schwierig, das ehrenamtliche Engagement langfristig durchzuhalten, wenn die Leute der ersten Stunde wegen familiärer und beruflicher Verpflichtungen ausscheiden müssen. Bisher hat die Initiative Go4Jobs diese Probleme gemeistert.

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